zurück zu Aktuelles

Israels Sorge über New Yorks Bürgermeisterwahl – Ein Blick auf Zohran Mamdani

JERUSALEM 06.11.2025 (BF) – Die Wahl von Zohran Mamdani zum Bürgermeister von New York City hat in Israel und in der jüdischen Gemeinde weltweit große Besorgnis ausgelöst. Politiker wie die stellvertretende Außenministerin Sharren Haskel oder der Minister für Innere Sicherheit und Polizei, Itamar Ben-Gvir, äußerten sich kritisch. Haskel erklärte, die jüdische Gemeinde in New York verdiene „Führungspersönlichkeiten, die sie schützen und nicht attackieren“. Ben-Gvir sprach von einem Moment, in dem Antisemitismus über den gesunden Menschenverstand gesiegt habe.

New York beherbergt mit rund 1,1 Millionen Juden die größte jüdische Gemeinde außerhalb Israels. Diese enge Verbindung zu Israel erklärt die starke Reaktion auf Mamdanis Wahlsieg und die tiefe Verunsicherung vieler Gemeindemitglieder. Zahlreiche Synagogen und jüdische Organisationen kündigten an, die künftige Stadtpolitik aufmerksam zu beobachten und im Falle antisemitischer Tendenzen öffentlich Position zu beziehen.

Wer ist Zohran Mamdani?

Zohran Mamdani, geboren 1991 in Kampala (Uganda) und in New York aufgewachsen, vertrat seit 2021 den 36. Wahlbezirk im Stadtteil Queens in der New York State Assembly und ist nun der gewählte Bürgermeister der Stadt. Politisch steht er dem linken Flügel der Demokratischen Partei nahe und gilt als demokratischer Sozialist, der sich für bezahlbaren Wohnraum und soziale Gerechtigkeit einsetzt. Zugleich ist er für seine konsequent pro-palästinensische Haltung bekannt.

Er unterstützt die Boycott, Divestment and Sanctions (BDS)-Bewegung gegen Israel und hat in der Vergangenheit das Existenzrecht Israels als jüdischer Staat infrage gestellt. Die Anti-Defamation League bewertete einige seiner Äußerungen als antisemitisch, etwa die Verwendung des Slogans „Globalize the Intifada“. Mamdani selbst weist dies zurück und erklärt, er setze sich für universelle Menschenrechte ein.

2021 rief er öffentlich dazu auf, die Marke Ben & Jerry’s für ihre Entscheidung zu unterstützen, kein Eis mehr in israelischen Siedlungen zu verkaufen. Kritiker sehen darin den Versuch, wirtschaftlichen Druck auf Israel auszuüben.

Die jüdische Gemeinde reagiert mit Sorge

Ein Bündnis großer jüdischer Organisationen in New York, darunter die United Jewish Appeal Federation, der Jewish Community Relations Council, die Anti-Defamation League und der American Jewish Committee, warnte vor einer Verschärfung des gesellschaftlichen Klimas. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, man könne nicht ignorieren, dass der neue Bürgermeister Überzeugungen vertrete, die grundlegende Werte der Stadt infrage stellten.

Zugleich zeigten Umfragen, dass etwa ein Drittel der jüdischen Wähler Mamdani unterstützt hat. Vor allem jüngere, progressive Juden sahen in ihm eine Stimme gegen das politische Establishment. In orthodoxen und konservativen Kreisen jedoch überwiegt die Angst vor wachsendem Antisemitismus und einer zunehmenden Dämonisierung Israels. Einige jüdische Schulen und Gemeindezentren berichteten bereits von steigender Anspannung und wachsendem Sicherheitsbedarf seit der Wahl.

Bedeutung für Israel und die Diaspora

Israel reagierte mit klaren Worten. Die Regierung betonte ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde in New York und versprach, eng mit lokalen Führungspersönlichkeiten zusammenzuarbeiten, um Sicherheit und Würde zu gewährleisten. Der Vorsitzende des Knesset-Ausschusses für Einwanderung und Diaspora, Gilad Kariv, forderte, das Recht des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung entschlossen zu verteidigen.

Der Wahlsieg Mamdanis verdeutlicht, wie stark sich politische Entwicklungen in westlichen Metropolen auf die jüdische Diaspora auswirken. Für Israel ist klar, dass es nicht nur um eine lokale Wahl geht, sondern um die Frage, ob jüdisches Leben in der größten Gemeinde außerhalb Israels weiterhin frei, sicher und respektiert bestehen kann.

Titelbild: Der gewählte Bürgermeister von New York City, Zohran Mamdani, spricht nach seinem Wahlsieg während einer Kundgebung in Brooklyn, New York, USA. Foto: Liri Agami/Flash90

Weitere News aus dem Heiligen Land