
Israel befürchtet: UNIFIL übermittelt sensible Informationen an Hisbollah-Terroristen
JERUSALEM, 01.12.2025 (NH) – Israel hat den Druck zur Entwaffnung der libanesischen Terrororganisation Hisbollah erhöht. Im Schatten der drohenden Eskalation an der Nordgrenze befürchtet das israelische Militär (IDF), dass die UNIFIL sensible militärische Daten und wertvolle Informationen an die Hisbollah weitergegeben hat. Dies berichtete eine Reportage am Sonntagmorgen auf Israels Armeeradio.
Israels Angriffe im Süden des Libanon intensivieren sich
Laut diplomatischen Quellen wurde die libanesische Regierung von der US-amerikanischen Trump-Administration dazu verpflichtet, bis zum 31. Dezember die Hisbollah zu entwaffnen. Zum jetzigen Zeitpunkt scheint eine Entmilitarisierung jedoch kaum möglich, zudem nehmen die Rehabilitierungsversuche der Hisbollah zu. Aus diesem Grund greift Israel erneut selbstständig militärische Ziele der Hisbollah an, darunter Waffenlager, Militärstützpunkte und Infrastrukturen. Doch jetzt scheint die Terrororganisation Rückenwind von ganz anderer Seite zu bekommen.
Laut dem Sonntagsbericht des israelischen Journalisten Doron Kadosh glaubt die IDF, dass die UNIFIL-Soldaten befugt sind, alles, was an der israelisch-libanesischen Grenze geschieht, zu dokumentieren und zu fotografieren. Im Sicherheitsestablishment verhärten sich nun die Annahmen, dass diese sensiblen Geheimdienstdaten über die UN-Beobachtermission direkt an die Terrororganisation weitergeleitet wurden bzw. noch immer weitergeleitet werden und so zur Informationsbeschaffung sowie zur Planung von Terroranschlägen genutzt werden könnten.
UNIFIL hat sich für Fehlfunktion entschuldigt
Die Besorgnis im israelischen Sicherheitsapparat wächst angesichts der ernsten Spannungen zwischen den israelischen Streitkräften und der UN-Friedenssicherungstruppe. Auslöser war ein Schreiben der Organisation, in dem die IDF als der „israelische Feind” bezeichnet wurde. Zwar forderte das Verteidigungsestablishment eine Klarstellung, doch die Aussage, es habe sich um eine „Fehlfunktion” gehandelt, da sie einen Text der libanesischen Armee kopiert und vergessen hätten, ihn zu überprüfen bzw. zu korrigieren, war für den israelischen Militärflügel nicht zufriedenstellend. Diese „Fehlfunktion” reiht sich in einen Vorfall ein, der vor einigen Wochen stattfand, als eine französische UNIFIL-Truppe eine IDF-Drohne über Kafr Kila im Süden des Libanon abschoss.
Ein ranghoher Armeevertreter erklärte, es gebe keine positiven Aspekte an der UN-Truppe: „Sie sind hauptsächlich ein beunruhigender Faktor. Sie tragen zu nichts bei, schon gar nicht zur Entwaffnung der Hisbollah.“ In den Augen der IDF beeinträchtigt UNIFIL die Handlungsfreiheit des israelischen Militärs. „Wir sind sehr besorgt, dass Dokumentationen der Aktivitäten unserer Einheiten an der Grenze an die Hisbollah gelangen. Je schneller UNIFIL das Gebiet verlassen und ihre Tätigkeit beenden, desto besser.“
Titelbild: UN-Friedenstruppen (UNIFIL) patrouillieren im Südlibanon. IDF-Vertreter warnen: „Die Truppe handelt gegen das Militär und überschreitet ihre Befugnisse.” Foto: Yonatan Sindel/Flash90