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Keine Angst vor Mamdani: Netanjahu plant Besuch in New York

JERUSALEM, 07.12.2025 (NH) – Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat in einem Sonderinterview mit der „New York Times“ bekanntgegeben, er werde New York besuchen. Diese Ankündigung erfolgt im Schatten eines verbalen Schlagabtausches mit dem designierten Bürgermeister Zohran Mamdani, der den israelischen Premierminister als „Kriegsverbrecher, der in Gaza Völkermord begeht” bezeichnete und mit seiner Verhaftung in New York drohte. Auf die Frage, ob Benjamin Netanjahu bereit sei, die Androhungen Mamdanis zu testen, schlug Netanjahu vor, „einfach abzuwarten”.

Mamdani untergräbt Israels Existenzrecht

In einem überraschenden Interview mit der „New York Times“ sprach Netanjahu über eine Reihe politischer und sicherheitspolitischer Themen. Neben dem Begnadigungsantrag, der in der vergangenen Woche bei dem israelischen Präsidenten Isaac Herzog eingereicht wurde, ging der israelische Staatschef auch auf die Kriegsverbrechensvorwürfe und den Richterbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag ein. „Keine Armee hat das getan, was Israel getan hat, um Zivilisten aus der Gefahrenzone zu bringen. Die Hamas hat hingegen alles in ihrer Macht Stehende getan, um Zivilisten in Gefahr zu halten”, so Netanjahu. Die Völkermordanschuldigungen seien auf den erfolgreichen „Propagandaeffekt der Hamas” zurückzuführen, deren Terroranhänger Zivilisten, die versuchen, Kampfzonen zu verlassen, mutwillig erschießen, um die Zahl der Toten in die Höhe zu treiben.

Besonders spannend war Netanjahus Antwort auf die Drohung des designierten Bürgermeisters von New York, ihn zu verhaften, falls er die Stadt besucht. „Ich komme nach New York. Keine politische Bedrohung wird mich aufhalten“, so Netanjahu, der davon wenig beeindruckt schien. Ihm zufolge verfolgt Mamdani eine extrem anti-israelische Haltung und untergräbt gar Israels Existenzrecht.

NY-Polizei hat keine Befugnis, Festnahmebefehle auszuführen

Im vergangenen September erklärte Zohran Mamdani, er wolle Netanjahu festnehmen und verwies dabei auf den Haftbefehl des IStGH. US-Präsident Donald Trump, der das Israel-Gaza-Friedensabkommen und den laufenden Waffenstillstand dirigiert, verurteilte Mamdanis Aussagen als „unangemessen” und versprach, eine Festnahme zu unterbinden. Amerikanische Juristen stellten zudem klar, die Drohungen hätten keine praktische Grundlage und seien illegal, da die USA die Zuständigkeit des IStGH nicht anerkennen und eine Verhaftung gegen das Bundesrecht verstoßen könnte. Dennoch wiederholte Mamdani kürzlich sein Versprechen, die New Yorker Polizei anzuweisen, Netanjahu zu verhaften, sollte dieser die Sitzungen der UN-Generalversammlung besuchen.

Entgegen der Haftbefehle sprach die Stadträtin Inna Vernikov aus New York im vergangenen Monat eine Einladung an Netanjahu aus, die Stadt am Tag des Amtsantritts von Mamdani, dem 1. Januar, zu besuchen: „Am 1. Januar wird Mamdani sein Amt antreten. Und am 1. Januar freue ich mich darauf, Bibi in New York willkommen zu heißen! New York wird immer zu Israel stehen, und kein radikaler Marxist mit Diplom kann das ändern.“

Titelbild: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei einer Debatte im Plenarsaal der Knesset, dem israelischen Parlament, in Jerusalem am 10. November 2025. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

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