
Iran testet landesweit Raketen, Israel warnt vor möglichem Angriff
JERUSALEM 23.12.2025 (LS) – Iranische staatliche Kanäle haben am Montag Videomaterial, das offenbar Raketenstarts in verschiedenen Landesteilen darstellt, veröffentlicht. Diese Tests erfolgen vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen zwischen dem Iran und Israel und nach Zeiten direkter militärischer Konfrontation.
Israels Regierung äußert Besorgnis darüber, dass solche Aktivitäten nicht nur Routineproben darstellen könnten, sondern auf gesteigerte militärische Bereitschaft und potenziell offensive Absichten hindeuten.
Raketenstarts im Iran
Der iranische staatliche Rundfunk und der semi-offizielle Nachrichtenkanal Nournews veröffentlichten am 22. Dezember 2025 Videos, die mehrere Raketentests in Städten im ganzen Land zeigen. In den Videos steigen Flugkörper in den Himmel auf, die in verschiedenen Regionen gezündet wurden. Die genauen Typen der Raketen oder deren Reichweite wurden in den iranischen Ausschnitten nicht detailliert benannt, doch die gezeigten Starts erwecken den Anschein systematischer militärischer Aktivität.
Der Iran steht seit Jahren im Fokus internationaler Überwachung, weil er ein umfangreiches Raketenprogramm besitzt, das sowohl ballistische Raketen als auch Kurz- und Mittelstreckenwaffen umfasst. Solche Tests sind Teil der regulären Trainings- und Entwicklungszyklen, doch die zeitliche Nähe zu geopolitischen Spannungen lässt Beobachter aufmerksam bleiben.
Israelische Quellen stufen die jüngste Raketenübung der Islamischen Revolutionsgarde (Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC)) als möglicherweise mehrdeutig ein — zum einen als Übung, zum anderen als potenziellen Deckmantel für Vorbereitungen auf eine Aktion gegen Israel oder dessen Verbündete. Israelische Sicherheitsverantwortliche informierten ihre US-Gegenparteien darüber, dass ungewöhnliche Raketenbewegungen und Übungen überwacht und analysiert werden.
Koordination mit den USA
In internen diplomatischen Briefings und beim Austausch mit Verbündeten, insbesondere den Vereinigten Staaten, haben israelische Vertreter darauf hingewiesen, dass die Kombination aus Raketenstarts, Militärübungen und informierten Bewegungen der IRGC-Einheiten nicht ausschließlich Routine sein muss, sondern auch zur Tarnung anderer Operationen dienen könnte. Israelische Geheimdienste sehen derzeit keine unanfechtbaren Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Offensive gegen Israel, aber empfehlen dennoch Präventionsmaßnahmen und erhöhte Koordination mit den USA, um Überraschungen zu vermeiden.
Premierminister Benjamin Netanjahu wird voraussichtlich am 29. Dezember 2025 mit dem US-Präsidenten Donald Trump zusammentreffen, um die sich entwickelnde iranische Raketenfrage und mögliche Strategien zur Eindämmung zu besprechen. Im Mittelpunkt der Gespräche soll die Ausweitung des iranischen Programms für ballistische Raketen stehen, das eine Bedrohung für die gesamte Region und verschiedene Interessen der USA darstellt. Ein möglicher weiterer israelischer Schlag gegen den Iran soll auch zur Sprache kommen. „Wenn sie ohne ein Abkommen zurückkommen wollen, dann werden wir auch dieses zunichtemachen“, erklärte Trump in Bezug auf mögliche Verhandlungen mit dem Iran. „Wir können ihre Raketen sehr schnell ausschalten; wir haben große Kapazitäten.“
Titelbild: Überreste einer Rakete, die während des 12-tägigen Krieges vom Iran aus auf Israel abgefeuert wurde und in der Nähe der Siedlung Tekoa einschlug. Foto: Chaim Goldberg/Flash90