
Die Mutter des Terroropfers: „Sie lag im Graben, blutüberströmt – warum hat sie niemand gerettet?”
JERUSALEM, 29.12.2025 (NH) – Die 18-jährige Aviv Maor und der 68-jährige Shimshon Mordechai sind am Freitag bei einem brutalen Terroranschlag im Norden Israels umgebracht worden. Zwei Tage nach dem Mord an ihrer Tochter teilen Einat und Tal Maor in Interviews und auf sozialen Medienplattformen ihren Schmerz über den unerträglichen Verlust in erschütternden und harten Worten. „Sie war ein tolles Mädchen, ein Kind der Wahrheit und Gerechtigkeit. Sie hat viele ausgesetzte Kätzchen und verletzte Hunde gerettet und immer dafür gesorgt, dass es allen gut geht.“
Wut und Trauer
Einat Maor, deren 17-jährige Tochter Aviv am Freitag bei einem brutalen Terroranschlag ermordet wurde, schilderte gestern (Sonntag) unter Tränen die Momente des Terrors. „Mein Sohn, der bei ihr war, rief mich an und schrie ins Telefon: ‚Mama, Aviv wurde niedergestochen, komm schnell her!‘“, berichtete die trauernde Mutter in einem Interview mit den israelischen Medien. „Ich fuhr mit 180 Kilometern pro Stunde über die Autobahn und rief in dieser Zeit die Polizei und einen Krankenwagen. Doch als ich ankam, lag sie bereits im Graben – blutüberströmt. Ich schrie: ‚Warum rettet sie niemand?‘, dann wurde mir klar, dass sie wahrscheinlich nicht gerettet werden kann – sie ist einfach gestorben.“
Der palästinensische Terrorist Ahmad A., ein illegal eingereister Arbeiter aus dem Palästinenserdorf Qabatiya im Norden Samarias, begann seinen Amoklauf mit dem Mord an Shimshon Mordechai (68). Er überfuhr ihn in Beit She’an und tötete ihn anschließend mit einem Steinblock. Wenig später überfuhr A. die 18-Jährige. Er stieg aus dem Auto und stach mehrfach auf sie ein. Erst nach 50 Minuten wurde der Attentäter von einem bewaffneten Zivilisten gestoppt und später in mäßigem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert.

„Terrorist unter Bewachung im Krankenhaus – wie in einem Dritte-Welt-Land“
Für die hinterbliebene Mutter ist es unverständlich, dass der Terrorist noch am Leben ist. „Dass diesem Terroristen nicht in den Kopf geschossen wurde, als er neben dem Körper meiner Tochter stand, und ich ihn nun in einem Krankenhaus mit 20 Polizisten bewacht sehen muss, ist unvorstellbar“, erklärt sie verzweifelt. „Die Politik, die Israel gegenüber Terroristen verfolgt, die Tatsache, dass wir uns um sie kümmern und nicht all ihre Gliedmaßen verbrennen, ihren Familien und ihnen nicht einfach die Staatsbürgerschaft entziehen, ist einfach unglaublich.“
Ein Kind voller Liebe und Licht
Auch ihr Vater Tal veröffentlichte einen Abschiedspost auf Facebook und beschrieb den schockierenden Schmerz: „Meine Aviv, mein Blümchen, du wurdest aus meinem Haus gepflückt. Der Abgrund hat keinen Boden, die Seele ist zerbrochen, Schmerz und Realität, die nicht zu ertragen sind.“ Für Einat Maor war es wichtig, zu erzählen, was für eine „gute Tochter und Schwester” Aviv gewesen war, die mit ihrer Schönheit und ihrer Liebe für Tiere ihr Umfeld verzauberte. „Sie war unsere älteste Tochter, das Licht der Familie, das jeden liebte, und jeder, der sie traf, liebte sie. Ich möchte, dass sich alle an sie erinnern, damit jeder, der die Natur, Pferde oder Hunde liebt, ihr gedenken kann und ihre Liebe und Güte in der Welt weiterleben.“
Titelbild: Israelische Sicherheitskräfte am Tatort der Terrorattacke. Der palästinensische Terrorist überfuhr die 18-Jährige, die versuchte zu fliehen. Er stellte ihr nach und erstach die junge Frau. Der Attentäter wurde von einem bewaffneten Zivilisten angeschossen. Foto: Anat Hermony/Flash90