
Mit monatelanger Verspätung gibt die Hamas die Tötung von Mohammed Sinwar und Abu Obeida bekannt
JERUSALEM, 31.12.2025 (NH) – Die amtierende Terrororganisation in Gaza hat die Tötung des Kommandeurs des militärischen Flügels der Hamas, Mohammed Sinwar, sowie von Brigadekommandeur Muhammad Shabaneh und dem Sprecher der Organisation, Abu Obeida, bekanntgegeben. Die Erklärung kommt genau vier Monate nach dem Angriff der israelischen Armee auf den Hamassprecher. In der jüngsten Erklärung gratulierte ein neuer Sprecher der Hamas, der den Namen Abu Obeida übernahm, den beiden Märtyrern Sinwar und Shabaneh und erinnerte daran, dass die Terrorkoriphäen an der Entführung des israelischen Leutnants Hadar Goldin im Jahr 2014 beteiligt waren.
Tötung von Spitzenterroristen bestätigt
Nach der Tötung von Yahya Sinwar, dem Mastermind des Massakers vom 7. Oktober, übernahm sein Bruder Mohammed Sinwar die Führung der Terrororganisation. Im vergangenen Mai erreichte der lange Arm des israelischen Militärs schließlich auch den neu gekrönten Terrorführer. Bei der Liquidierung des Spitzenmitglieds wurden mindestens neun MK-84-Bomben, die jeweils eine Tonne wiegen, auf das unterirdische Versteck des Terrorführers in Khan Yunis abgeworfen. Neben Mohammed Sinwar wurde auch Muhammad Shabaneh, der Kommandeur der Rafah-Brigade, eliminiert.
Drei Monate nach der geglückten gezielten Tötung griff Israels Militär am 30. August 2025 auch den Sprecher der Terrororganisation, Abu Obeida, an. Detaillierte Geheimdienstinformationen des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet und der Militärischen Nachrichtendienstdirektion führten zu seinem Aufenthaltsort. Erst jetzt bestätigte die Terrororganisation seinen Tod und gab den wahren Namen des Sprechers bekannt: Khadifa Kahlot. Doch nun präsentiert die Terrorgruppe einen maskierten Nachfolger, der den psychologischen Krieg weiterführen soll.

Wahlen und Ernennungen deuten auf Kriegs-Wiederbelebungsversuche hin
Der neue Hamas-Sprecher, der ebenfalls „Abu Obeida” heißen soll, was so viel wie „Vater der Gläubigen” bedeutet, hielt zu seinem Amtsbeginn eine 22-minütige Hetzrede, in der er zur Ausrottung Israels aufrief: „Wir fordern die beteiligten Parteien auf, sich auf die Demontage der tödlichen Waffen Israels zu konzentrieren, anstatt sich mit palästinensischen Waffen zu beschäftigen. Die Aggression der Besatzer hat nicht aufgehört und die globale Bewegung darf nicht nachlassen.“ In Israel war man von der Ernennung nicht überrascht. Sie untermauert die Einschätzung des Militärs, dass die Hamas weiterhin die Rehabilitation ihres militärischen Flügels anstrebt und entgegen Trumps Gaza-Plan keine Absicht hat, sich zu entwaffnen.
Die Identität des neuen Sprechers wurde bis dato noch nicht gelüftet. Laut Quellen ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis das israelische Sicherheitsestablishment dessen Identität aufdeckt und auch der neue „Vater der Gläubigen” ins Visier genommen wird.
Neben der Ernennung ihres neuen Sprechers plant die Hamas laut Berichten der saudischen Zeitung Asharq, bald Wahlen zur Führung der Organisation abzuhalten, bei denen auch ein Nachfolger für die beiden Sinwar-Brüder ernannt werden soll. Als Favoriten gelten derzeit Khalil al-Hayya und Khaled Mashaal.
Titelbild: Der neue Hamas-Sprecher wurde zum ersten Mal vorgestellt – gefolgt von einer Hass-Predigt gegen die „Besatzungsmacht”. Foto: Hamasvideo-Screenshot