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Die israelische Küstenstadt Bat Yam träumt von einer künstlichen Insel à la Dubai

JERUSALEM, 05.01.2026 (NH) – Die kleine Gemeinde Bat Yam an der israelischen Mittelmeerküste hat einen visionären Vorschlag für den Bau einer künstlichen Insel vor der Stadtküste herausgegeben. Der ambitionierte Plan wurde bereits in der Vergangenheit veröffentlicht, jedoch nicht mit den entsprechenden staatlichen Planungsbehörden koordiniert. Zudem wurde die Sorge geäußert, die künstlich angelegte Insel könnte eine Umweltgefahr darstellen. Bat Yams Bürgermeister Zvika Brot lässt sich jedoch nicht von seinem Traum abbringen: „Mein Ziel ist es, den Bau in kurzer Zeit zu starten.“

Bat Yam – zwischen Tel Aviv und Rischon LeZion gefangen

Die Küstenstadt Bat Yam möchte der Palmeninsel von Dubai nacheifern und eine 1,5 Kilometer lange künstliche Insel vor ihren Ufern errichten. Der Bürgermeister der Stadt hat sich kürzlich mit einigen Regierungsmitgliedern bezüglich seiner Pläne in Verbindung gesetzt, konnte jedoch bislang keine offizielle Zustimmung erwirken. Das Stadtoberhaupt will jedoch nicht aufgeben: „Ich werde ihnen auf die Nerven gehen, bis es umgesetzt wird!” Laut Brot ist Bat Yam zwischen den Metropolen Tel Aviv, Holon und Rischon LeZion „gefangen” und hat daher keine Baugrundstücke und die Entwicklung der Stadt ist massiv begrenzt.  „Die einzigen Optionen sind, in die Höhe oder eben auf dem Meer zu bauen”, erklärt der Bürgermeister. Seine Insel will er nicht zu groß errichten, jedoch dicht besiedeln, um so auch die Stadterneuerung innerhalb von Bat Yam zu ermöglichen.

Künstliche Mittelmeerinseln – ein schwerwiegender Eingriff in das Ökosystem

Die Idee, eine künstliche Insel vor der Küste Israels zu errichten, wurde im Juli 2022 aufgegriffen und der israelischen Landesbehörde vorgelegt. Damals sollte die Insel ergänzend zum Ben-Gurion-Flughafen genutzt werden. Die Israel Ports Company (IPCS), die für die Planung, Entwicklung, den Bau und die Wartung der Handelshäfen in Haifa, Ashdod und Eilat zuständig ist, erstellte ein Dokument, das sich mit der Planung des Inselbaus beschäftigt. Die IPCS erklärte, derartige Bauprojekte stellten ein Umweltproblem dar, das nicht ignoriert werden sollte. So würde sich der Inselbau auf die bestehende Sandbewegung entlang der israelischen Küste auswirken. „Der natürliche Verkehr verläuft von Süden nach Norden bis zum Haifa-Buchtgebiet. Im Gebiet von Hadera gibt es immer noch große Mengen an Sand, der entlang der Küste fließt. Eine künstliche Insel würde diesen Prozess stören und zur Ansammlung von Sand südlich der Insel sowie zur Erosion an den nördlichen Stränden führen“, so in dem IPCS-Dokument. 

Kein ausreichendes Budget 

Zudem stößt Bat Yam bei Umweltorganisationen auf taube Ohren. Diese werfen der Gemeinde vor, die anhaltende Klimakrise und die Stürme im Mittelmeer schlichtweg auszublenden. In Israel stellen raue Seebedingungen eine große Herausforderung dar – im Gegensatz zu Japan oder China, wo die Meereslage ruhiger ist.

Die Bat-Yam-Insel wurde außerdem auf etwa 30 Milliarden Dollar (25,5 Milliarden Euro) budgetiert, wobei sich der Jahreshaushalt der Gemeinde (2025) auf 1,3 Milliarden Schekel (348,5 Millionen Euro) belief. Trotz aller Hürden startet die Gemeinde jetzt einen Aufruf an Architekten, Bauherren, Designer, Unternehmen und Berufsverbände, ihre Ideen, Modelle und persönliche Vision für das Inselprojekt einzureichen.

Titelbild: Ein Blick auf die Palmeninseln von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bat Yam plant ein ähnliches Projekt vor der Stadtküste. Foto: Nati Shohat/Flash90

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