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Netanjahu kündigt schrittweisen Abbau der US-Militärhilfe an

JERUSALEM 11.01.2026 (LS) – Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat in einem Interview mit dem Economist angekündigt, die Abhängigkeit seines Landes von amerikanischer Militärhilfe innerhalb des nächsten Jahrzehnts auf null reduzieren zu wollen, und dabei auch über Wahrnehmungskrisen und die Folgen des Iran-Kriegs gesprochen.

Netanjahu erklärte, Israel plane, die jährliche Militärhilfe in Höhe von rund 3,8 Milliarden Dollar nicht zwangsläufig bei der nächsten Neuverhandlung 2028 vollständig zu erneuern, sondern die Unterstützung schrittweise zu reduzieren. Er berichtete dem Economist, er plane, Israels Abhängigkeit von amerikanischer Unterstützung innerhalb der nächsten zehn Jahre vollständig auf null zu reduzieren – ein Prozess, der seiner Aussage nach bereits „im Gange“ sei.

Abhängigkeit reduzieren und Wahrnehmung verbessern

Netanjahu machte deutlich, eine geringere Abhängigkeit von US-Hilfe könne Israel helfen, unabhängiger zu agieren und international ein positiveres Image zu entwickeln. Er erklärte: „Ich möchte alles tun, um den Propagandakrieg gegen uns zu bekämpfen.“ Dabei beschrieb er die Herausforderung, sich gegen Falschinformationen durch soziale Medien zu behaupten.

„Wir wollen so unabhängig wie möglich sein“, so Netanjahu. Mit Blick auf sein Treffen mit dem US-Präsidenten Ende letzten Monats in Florida fügte er hinzu: „Bei meinem Besuch bei Präsident Trump habe ich gesagt, dass wir die militärische Hilfe, die Amerika uns über die Jahre gewährt hat, sehr zu schätzen wissen, aber auch hier sind wir erwachsen geworden und haben unglaubliche Fähigkeiten entwickelt.“

Iran, Proteste und mögliche Konsequenzen

Im selben Gespräch ging Netanjahu auch auf den Iran und die seit 2025 anhaltenden Anti-Regime-Proteste ein. Er stellte klar, Israels Ziel bestehe nicht darin, einen Regimewechsel in Teheran direkt herbeizuführen, aber er räumte ein, dass dies eine mögliche „Konsequenz des Krieges“ sein könnte. Gleichzeitig betonte er: Sollte der Iran Israel direkt angreifen, würden „schreckliche Konsequenzen“ folgen.

Der Premierminister erklärte, Israel befinde sich an vorderster Front eines globalen Kampfes. „Heute tobt ein gewaltiger Kampf mit den Kräften der Zivilisation, den Kräften der Moderne“, erklärte er. Er beschrieb „sehr fanatische Kräfte, die uns zurück ins frühe Mittelalter versetzen wollen“ und fügte hinzu: „Israel verteidigt sich selbst, aber damit verteidigen wir auch die westliche Zivilisation“.

Titelbild: Israel möchte sich von amerikanischer Militärhilfe unabhängig machen. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

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