
Israels Sicherheitskabinett diskutiert die zweite Phase des Gaza-Friedensplans
JERUSALEM 14.01.2026 (LS) – Israels Sicherheitskabinett ist am Dienstagabend zu einer Sitzung zusammengetreten, um die nächste Phase des Gaza-Friedensplans zu besprechen. Fortschritte in dieser Hinsicht sind davon abhängig, ob die Terrororganisation Hamas entwaffnet wird und die sterblichen Überreste der letzten Geisel, Stabsfeldwebel Ran Gvili, zurückgegeben werden.
Die Debatte über Phase II des Plans findet vor dem Hintergrund anhaltender Proteste im Iran statt, die nach Angaben von Beobachtern Auswirkungen auf die sicherheitspolitische Lage und Israels strategische Planung haben könnten.
Festhalten an Bedingungen für Phase II
Premierminister Benjamin Netanjahu hat wiederholt betont, der Grenzübergang von Rafah werde erst nach der Rückgabe des Leichnams von Ran Gvili wieder vollständig geöffnet. Diese Bedingung ist zu einem zentralen Kriterium für den Übergang zur zweiten Phase des Plans geworden, der eine weitergehende Sicherheits- und Friedensregelung im Gazastreifen vorsieht.
Berichten zufolge hat die Hamas keine Absicht, ihre Waffen niederzulegen, sie baut ihre Terror-Infrastruktur stattdessen wieder auf. Tägliche Verletzungen des Waffenstillstands mit Israel, indem sich Hamas-Kämpfer der gelben Linie nähern und Soldaten bedrohen, zeugen von den Absichten der Terrorgruppe.
Koordination mit der Armee und mögliche Rückkehr zum Konflikt
Verteidigungsminister Israel Katz hat laut Medienberichten die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) angewiesen, sich auf die Möglichkeit vorzubereiten, den Kampf gegen die Hamas im Gazastreifen wieder aufzunehmen, falls die Bedingungen für Phase II nicht erfüllt werden.
Hamas hat derweil gegenüber der Presse erklärt, sie habe die Suche nach den Überresten von Ran Gvili in Koordination mit israelischen Behörden wieder aufgenommen. Diese Darstellung wurde jedoch von offiziellen israelischen Stellen zunächst nicht unabhängig bestätigt.
Ergebnisse der Gespräche des israelischen Sicherheitskabinetts werden nicht veröffentlicht, aber möglicherweise könnte der Konflikt in Gaza bald wieder ins Rampenlicht rücken.
Titelbild: Premierminister Netanjahu mit IDF-Chef Eyal Zamir und Verteidigungsminister Israel Katz. Foto: Noam Revkin Fenton/Flash90