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Israel unterstützt und bewaffnet neue palästinensische Milizen im Kampf gegen die Hamas

JERUSALEM, 26.01.2026 (NH) – Das amerikanische Wall Street Journal hat eine dramatische Reportage veröffentlicht, die Israels umfangreiche Unterstützung für neue palästinensische Milizen im Gazastreifen aufdeckt. Demnach hat die israelische Regierung in den letzten Monaten Anti-Hamas-Gruppierungen, die gegen die amtierende Terrororganisation in der Enklave operieren, mit logistischen und geheimdienstlichen Informationen versorgt. Die Milizen können so in Gebieten operieren, in denen die israelischen Militärkräfte gemäß den Bedingungen des von den USA dirigierten Waffenstillstands nicht agieren dürfen.

Die Hamas zerschlägt Clans – Milizen werden zu Partnern

Nachdem der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu während des Krieges erklärt hatte, er werde die Hamas in Gaza nicht durch die Palästinensische Autonomiebehörde ersetzen, sah sich Israel gezwungen, nach anderen Partnern zu suchen. Versuche, mit lokalen Clans zusammenzuarbeiten, wurden von der Hamas gewaltsam zerschlagen. Potenziellen Kooperations-Partnern wurde der Garaus gemacht. So wurde der Milizführer Jassir Abu Schabab vor eineinhalb Monaten von der Terrororganisation Hamas brutal hingerichtet.

Ganz nach dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund” scheint Israel in den etwa 80 existierenden Milizen in Gaza ein wirksames Werkzeug im Kampf gegen die Hamas gefunden zu haben. Aufgrund der Bedingungen des Waffenstillstands sind Israels Operationsmöglichkeiten massiv eingeschränkt. Die palästinensischen Bewaffneten können jedoch frei in von der Hamas kontrollierten Gebieten operieren.

Milizen trotzen Hamas-Gewalt

Anfang Januar dieses Jahres veröffentlichte der Milizenführer Hussam al-Astal ein Video in den sozialen Netzwerken, in dem er hochbewaffnet die Tötung eines Hamas-Polizisten preist. Al-Astal drohte, dass dem Mord weitere Angriffe auf Hamas-Aktivisten folgen werden. Die Hamas bezeichnete die paramilitärische Einheit al-Astals als „Agenten der israelischen Besatzung” und drohte, der „Preis für Verrat ist hoch und teuer”.

Laut dem Bericht des Wall Street Journals sollen auf das Video Aussagen israelischer Vertreter und Reservisten gefolgt sein, die behaupten, Israel habe seine Unterstützung für neu gegründete Milizen ausgebaut. Den Milizen werde demnach nicht nur Luftschutz mittels Drohnen geboten, sondern sie würden auch mit Waffen, Geheimdienstinformationen, Aufklärungshilfe, Lebensmitteln und Zigaretten versorgt. Die israelische Unterstützung reicht gar so weit, dass einige der palästinensischen Akteure nach Verletzungen in israelischen Krankenhäusern behandelt wurden.

Bewaffnete dementieren Berichte über eine Zusammenarbeit

Die al-Astal Volksmiliz umfasst zwar Dutzende bewaffnete Palästinenser, die in dem von Israel kontrollierten Teil des Gazastreifens leben, dennoch behauptet ihr Anführer, keine Hilfe aus Israel über die Lebensmittelversorgung hinaus zu erhalten. So hätten die Truppen den Polizisten aus freien Stücken getötet.

Bis heute ist es den Milizen nicht gelungen, sich als echte staatliche Alternative zur Hamas zu etablieren. Einerseits werden sie von vielen Palästinensern als Kollaborateure Israels wahrgenommen, andererseits haben einige von ihnen während des Krieges Hilfsgüter geplündert und verfügen über eine kriminelle Vorgeschichte. Unklar ist auch, was mit den Milizen geschieht, sobald sich Israel aus der Hälfte des Gazastreifens zurückzieht, die es derzeit kontrolliert.

Trotz einer Dementierung legt das amerikanische Journal offen, dass Israel die Aktivitäten der Milizen genau überwacht und in einigen gefährlichen Situationen sogar eingegriffen hat, um ihnen zu helfen. Das israelische Militär und der Inlandsgeheimdienst haben sich bis dato nicht zu dem Bericht geäußert.

Titelbild: Militante des Palästinensischen Islamischen Dschihad nehmen in Gaza-Stadt an einer Beerdigung teil. Foto: Ail Ahmed/Flash90

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