
Israel verschärft Angriffe im Libanon, um Hisbollah vor möglichem Iran-Krieg zu schwächen
JERUSALEM 18.02.2026 (LS) – Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) haben ihre Angriffe auf Ziele der Hisbollah im Libanon in den letzten Wochen verstärkt, um die Terrormiliz zu schwächen, bevor ein weiterer größerer Konflikt mit dem Iran ausbrechen könnte. Der Militäreinsatz konzentriert sich auf operatives Personal, Raketenabschussrampen und Waffenlager der Hisbollah sowie verbundener Gruppen.
Angriffe aus Infrastruktur und Terroristen
Nach Angaben verschiedener Medien hat die IDF seit Beginn des Monats mehrere Angriffe im südlichen Libanon durchgeführt, die sich gezielt gegen Hisbollah-Kämpfer und Infrastruktur richten. Seit Anfang Februar wurden Berichten zufolge rund 12 Hisbollah- und Islamischer Dschihad-Terroristen durch israelische Schläge getötet, darunter mindestens vier Kämpfer, die nach Wiederaufbaubemühungen der Organisation identifiziert wurden. Die Angriffe zielten auf operative Gruppen, Verbindungsstrukturen und Einrichtungen, die für logistische und militärische Zwecke genutzt werden.
Der jüngste Angriff am Montag galt einem Terroristen, der sich für den Wiederaufbau der Infrastruktur der Terrororganisation eingesetzt hatte. „Im Rahmen seiner Funktion war [der Terrorist] für die Verbindung zwischen der Organisation und den Dorfbewohnern in militärischen und wirtschaftlichen Fragen zuständig und bemühte sich, Privatbesitz für terroristische Zwecke zu beschlagnahmen“, so die IDF.
Strategie vor möglicher Eskalation
Seit Inkrafttreten des Waffenstillstands mit dem Libanon im November 2024 hat die israelische Armee weiterhin Terroristen bekämpft, die gegen die Bedingungen des Waffenstillstands verstoßen haben. Im November letzten Jahres gab die IDF bekannt, seit Beginn des Waffenstillstands über 370 Hisbollah-Kämpfer getötet zu haben. Im folgenden Monat erklärte das Militär, die Terrororganisation habe rund 1.900 Verstöße gegen den Waffenstillstand begangen.
Die aktuellen verstärkten Angriffe der IDF geschehen vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen Israel und dem Iran, deren Stellvertreter-Beziehungen zur Hisbollah als eines der Hauptrisiken einer Ausweitung des Konflikts gelten. Teheran unterstützt die libanesische Miliz politisch, finanziell und militärisch, und Jerusalem betrachtet ihre Schlagkraft als direkten Bestandteil der iranischen Bedrohung in einem möglichen größeren Kriegsszenario.
Die jüngsten Schläge sind also eine längerfristige Strategie, die operativen Kapazitäten der Terrororganisation zu verringern und sie daran zu hindern, ihre militärischen Ressourcen vor einem möglichen Krieg gegen den Iran wieder aufzufüllen.
Titelbild: Rauch nach israelischen Luftangriffen im Januar 2026 bei Militäroperationen im Südlibanon. Foto: Ayal Margolin/Flash90