
Iran setzt Streubomben ein: Warnung an die Bevölkerung, sich stets an die Sicherheitsanweisungen zu halten
JERUSALEM 11.03.2026 (LS) – Nach Angaben der israelischen Armee (IDF) setzt der Iran im aktuellen Krieg vermehrt Streumunition ein. Während gewöhnliche ballistische Raketen meist einen einzelnen Einschlag mit großer Sprengkraft verursachen, verteilen Streumunitions-Gefechtsköpfe zahlreiche kleinere Sprengkörper über ein weites Gebiet. Genau das geschah auch bei einem Angriff am Montag auf Zentralisrael, bei dem zwei Menschen getötet wurden.
Gefahr der Sprengköpfe mit Streumunition
Nach Angaben des Heimatfrontkommandos waren rund 50 Prozent der ballistischen Raketen, die Iran im laufenden Krieg auf Israel abgefeuert hat, mit Streumunition ausgerüstet. Die Armee erklärte, dies sei eine deutliche Veränderung gegenüber dem Krieg im vergangenen Jahr, als solche Gefechtsköpfe nur gelegentlich eingesetzt worden seien. Üblicherweise tragen iranische ballistische Raketen einen Sprengsatz von 500 bis 1.000 Kilogramm und treffen ein einzelnes Ziel. Streumunition dagegen kann Dutzende kleinere Bomben von jeweils rund acht Kilogramm über ein großes Gebiet verteilen.
Aus israelischer Sicht macht gerade diese Streuung die Waffe so gefährlich. Zwar ist jeder einzelne Sprengkörper schwächer als der Sprengkopf einer normalen ballistischen Rakete, doch auch diese kleineren Bomben können tödlich sein, mehrere Stockwerke eines Gebäudes durchschlagen und an vielen Orten gleichzeitig Schäden verursachen. Genau deshalb steht die Armee auch unter Druck, wenn bei einzelnen Raketenangriffen weite Gebiete alarmiert werden: Selbst eine einzige Rakete kann durch Streumunition mehrere Einschlagsorte erzeugen.
Zwei Tote in Zentralisrael und eindringliche Warnung an die Bevölkerung
Besonders deutlich wurde diese Gefahr bei einem Angriff am Montag auf Zentralisrael. Die Submunitionen trafen mindestens sechs Orte, darunter Yehud, Or Yehuda, Holon und Bat Yam. Auf einer Baustelle in Yehud wurden zwei Arbeiter getroffen, die sich nicht in einem Schutzraum befanden. Die Opfer wurden als Rustam Gulomov und Amid Murtuzov identifiziert. Beide waren in ihren Vierzigern und lebten in Petah Tikva. Ein Opfer starb noch am Ort des Einschlags, das zweite später im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Ein weiterer Mann wurde in Or Yehuda schwer verletzt.

Bilder von den Einschlagsorten zeigten Krater im Boden sowie beschädigte Fahrzeuge und Gebäude. Der Chef des Heimatfrontkommandos, Shai Klapper, sprach von einem „schwierigen Vorfall“ auf der Baustelle, betonte aber zugleich, viele andere Arbeiter hätten überlebt, weil sie den Anweisungen gefolgt seien. „Ihre Leben wurden gerettet, weil sie sich in einem geschützten Raum befanden und den Anweisungen folgten“, erklärte er.

An einem weiteren Einschlagsort erklärte er: „Diese Wohnung wurde von einer Streubombe getroffen“, und warnte, eine solche Waffe könne „enormen Schaden“ anrichten. Sein Appell an die Bevölkerung war eindeutig: „Befolgen Sie die Anweisungen des Heimatfrontkommandos – sie retten Leben.“
Titelbild: Die Abwehr eines iranischen Raketenangriffs auf Israel. Foto: Yonatan Sindel/Flash90