
Lebensretter in Uniform: Israelische Grenzpolizei rettet bewusstloses Baby an Checkpoint
JERUSALEM, 24.03.2026 (NH) – Dramatische Sekunden an einem israelischen Kontrollpunkt in Jerusalem. Durch das schnelle und entschlossene Eingreifen von Kräften der israelischen Grenzpolizei ist das Leben eines erst vier Monate alten Babys gerettet worden. Der Vorfall unterstreicht die oft wenig beachtete humanitäre Rolle der Einheiten, die täglich an sicherheitsrelevanten Übergängen im Einsatz sind.
Rettung in letzter Minute am Checkpoint
Während einer Nachtschicht am Grenzübergang Shuafat, einem palästinensisch arabischen Viertel in Ostjerusalem, eskalierte plötzlich eine lebensbedrohliche Situation. Ein Fahrzeug hielt abrupt in der Nähe der Sicherheitskräfte und die Insassen riefen verzweifelt um Hilfe. Eine Offizierin und der Kommandant des Checkpoints erkannten sofort den Ernst der Lage und eilten zu Hilfe. Im Wagen befand sich ein vier Monate alter bewusstloser Säugling. Das Baby atmete nicht mehr und seine Haut war bereits blau verfärbt. Die Beamten zögerten keine Sekunde, nahmen das Kleine umgehend mit in die Grenzstation und leiteten erste Rettungsmaßnahmen ein. Die muslimische Familie verfolgte das Geschehen unter Schock. Der Sanitäter der Einheit übernahm die weiterführende Wiederbelebung, setzte medizinische Ausrüstung ein und stimulierte das Kind gezielt. Nach bangen Momenten folgte die erlösende Wendung: Der Säugling begann zu husten und zu weinen und atmete schließlich wieder selbstständig. Anschließend wurde das Baby zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Die Grenzpolizei und die Rolle der Kontrollpunkte
Die israelische Grenzpolizei, auf Hebräisch Mishmar HaGvul (kurz Magav), ist der operative Arm der Polizei und übernimmt gendarmerieähnliche Aufgaben. Ihr Einsatzspektrum reicht von innerer Sicherheit und Terrorismusbekämpfung bis zur Sicherung sensibler Einrichtungen und Grenzbereiche. Die Beamten sind sowohl polizeilich als auch militärisch ausgebildet und darauf vorbereitet, in komplexen und oft angespannten zivilen Umgebungen zu agieren.
Kontrollpunkte wie der Shuafat-Übergang, an dem sich die Rettung ereignete, gelten als zentral für die Sicherheitsarchitektur des Landes. Sie sollen Anschläge verhindern und die öffentliche Ordnung gewährleisten und sind zugleich häufig erste Anlaufstelle in Notfällen, da sie rund um die Uhr besetzt sind. Nach Angaben der Polizei gilt ihr Einsatz dem Schutz von Menschenleben unabhängig von Religion, Herkunft oder Geschlecht.

Eine Bilanz der Menschlichkeit: Geburten und Rettungseinsätze
Die Rettung des Säuglings steht exemplarisch für eine Reihe ähnlicher Einsätze in den vergangenen Jahren. So halfen Grenzpolizistinnen im Juni 2025 am sogenannten Tunnel-Übergang zwischen Jerusalem und Gush Etzion bei der Geburt von palästinensischen Zwillingen. Eines der Neugeborenen war zunächst leblos und konnte erst durch sofort eingeleitete Wiederbelebungsmaßnahmen stabilisiert werden, bis ein Arzt eintraf. Auch im Juni 2021 zeigte sich die schnelle Reaktionsfähigkeit der Einheiten, als ein Kleinkind, das sich versehentlich im Auto der Mutter eingeschlossen hatte, rechtzeitig befreit wurde. Bereits im Juli 2018 retteten Beamte in Hebron ein neun Monate altes palästinensisches Baby, das aufgehört hatte zu atmen, indem sie umgehend mit einer Herzdruckmassage begannen, bis das Kind wieder zu Bewusstsein kam.
Innerhalb der Einheiten werden solche Einsätze als besonderes Privileg beschrieben, da sie inmitten anspruchsvoller Sicherheitsaufgaben immer wieder Momente ermöglichen, in denen es vor allem darum geht, Leben zu retten.
Titelbild: Das Drama wird von den Bodycams der Grenzpolizisten verfolgt: Die beiden Sicherheitskräfte leiteten lebensrettende Maßnahmen ein. Foto: Screenshot Polizeisprecher-Video