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Hisbollahkämpfer beklagen Demoralisierung – Entwaffnung der Terrorgruppe ohne große Invasion des Libanons laut Militär „nicht realistisch“

JERUSALEM 05.04.2026 (LS) – Hisbollah-Terroristen der Radwan-Truppe, die letzte Woche von der israelischen Armee (IDF) gefangen genommen wurden, haben ihn Vernehmungen erklärt, ihre Organisation sei mit einem drastischen Rückgang der Moral konfrontiert. Die Kämpfer hätten das Gefühl, dass „die Hisbollah uns in den Tod schickt … um Ali Khamenei zu rächen“.

Terroristen beklagen sinkende Moral

Im Verhör beklagte einer der Kämpfer: „Die Moral ist am Boden. Niemand hat mehr die Kraft, hinauszugehen und zu kämpfen.“

Die Terroristen gaben an, nach anderthalb Jahren Krieg erschöpft zu sein. Dennoch werden sie zum Kämpfen gezwungen. „Jeder, der sein Zuhause verlässt, tut dies gegen seinen Willen“, erklärte einer der Radwan-Terroristen. Die Kämpfer würden von ihren Kommdanten in den Tod geschickt. „Und du hast nicht die Möglichkeit, dich zu weigern oder Nein zu sagen … Für [den Kommandanten] zählt nur, dass ich den Auftrag ausführe und dass das protokolliert wird, damit er befördert werden kann.“ Er erklärte weiter: „Es ist, als würde man ein Tier [in den Krieg] schicken. Es ist ihm egal. Er sagt ihm zum Beispiel nicht, wie es essen oder schlafen soll – es gibt keinerlei Kommunikation. Mit wem soll ich sprechen? Was soll ich tun, wenn ich verletzt werde? Es ist [so], als würde ein Hund einen anderen Hund in die Schlacht schicken.“

„Wenn ich zu Hause wäre und man mich in den Krieg einberufen würde, würde ich nicht gehen. Warum? Erstens habe ich gerade erst einen Krieg hinter mir. Es ist noch nicht einmal anderthalb Jahre her. Zweitens ist an meinem ganzen Körper nichts mehr gesund. Drittens: Warum sollte ich meinen Kindern und meiner Familie vorenthalten, bei mir zu sein?“ so einer der Terroristen.

Entwaffnung der Hisbollah bleibt Langzeitziel

Unterdessen hat die IDF eingeräumt, ihr Ziel, die Hisbollah im Libanon zu entwaffnen, sei derzeit unrealistisch, da dies eine groß angelegte Invasion des Libanon erfordern würde, zu der sie nicht bereit ist, wie die Jerusalem Post am Freitagmorgen erfuhr.

Fünf Divisionen der israelischen Streitkräfte, die im Libanon im Einsatz sind, stehen kurz davor, die Eroberung von Gebieten in der Nähe des Litani-Flusses abzuschließen. Die 36. und 91. Division der IDF sind tief im Libanon vorgedrungen, während zwei weitere Divisionen entlang der Grenze zum Libanon operieren. Die 146. Division ist an der libanesischen Küste im Einsatz.

Das Militär erklärte, man sei Ende 2024 nicht in der Lage gewesen, Gebiete im Südlibanon vollständig zu entwaffnen, unternehme jedoch jetzt größte Anstrengungen, dies zu erreichen. Die größte Herausforderung für die IDF bei der Entwaffnung der Hisbollah seien die Lagerbestände an Lenkflugkörpern, die nördlich des Litani-Flusses verteilt sind.

Die Hisbollah reagierte positiv auf diese Meldungen und äußerte die Ansicht, Berichte über Israels geänderte Pläne im Südlibanon könnten zu ihren Gunsten wirken. Laut einem Bericht der pro-Hisbollah-Zeitung Al Akhbar aus dem Libanon erklärten Hisbollahmitglieder, die Terrorgruppe stehe an der „Schwelle zu einer neuen Phase“.

Später stellte der Stabschef der israelischen Streitkräfte, Generalleutnant Eyal Zamir, jedoch klar, dass das Militär „weiterhin dem langfristigen Ziel der Entwaffnung der Hisbollah verpflichtet bleibt. Dieses Ziel umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen, die auch in Zukunft fortgesetzt werden.“ Er fügte hinzu, dass die aktuelle Offensive „der Hisbollah Schaden zufügt und sie schwächt“ und langfristig zu ihrer Entwaffnung führen werde.

Titelbild: Soldaten der israelischen Streitkräfte im Einsatz im Südlibanon. Foto: IDF Spokespersons Unit

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