
Nach Raketeneinschlag: Vier Tote aus den Trümmern eines Wohnhauses in Haifa geborgen
HAIFA, 06.04.2026 (TM) – Nach einer mehr als 18-stündigen Rettungsaktion haben Feuerwehrleute und Soldaten des Heimatschutzes die Leichen von vier Menschen geborgen, die gestern nach dem Einschlag einer iranischen Rakete in Haifa verschüttet worden waren.
Die Feuerwehr teilte am frühen Montagmorgen mit, dass die Einsatzkräfte nach stundenlangen Bemühungen „zwei unter den Trümmern eingeschlossene Personen ohne Lebenszeichen geborgen“ hätten. Bei den beiden handelte es sich um einen Mann und eine Frau in ihren 80ern. Einige Stunden später wurde bekannt gegeben, dass eine dritte Leiche – die eines Mannes in seinen 40ern – unter den Trümmern des Gebäudes gefunden worden sei. Kurz darauf teilten die Rettungskräfte mit, dass sie auch die Leiche einer 35-jährigen Frau geborgen hätten. Die Todesopfer sind ein Ehepaar, deren Sohn und dessen Partnerin. Die Einsatzkräfte setzten modernste technische Hilfsmittel ein, darunter die genaue Ortung von Mobiltelefonen, um unter den dicken Betonschichten nach Lebenszeichen zu suchen.
Sprengkopf nicht explodiert
Nach Ermittlungen des Militärs und der Polizei explodierte der Sprengkopf der ballistischen Rakete – der schätzungsweise mehrere hundert Kilogramm Sprengstoff enthielt – beim Aufprall nicht. Die kinetische Energie des Aufpralls führte jedoch zum Einsturz mehrerer Stockwerke des Wohngebäudes. An benachbarten Häusern entstanden jedoch keine größeren Schäden. Wäre der Sprengkopf explodiert, hätte die Explosionswelle nach Einschätzung der Rettungskräfte wahrscheinlich das gesamte Gebäude zerstört und umliegende Häuser schwer beschädigt.
In den ersten Minuten nach dem Anschlag wurden ein etwa 82-jähriger Mann, der schwer verletzt war, und ein Kleinkind, das leichte Verletzungen davongetragen hatte, ins Krankenhaus gebracht. Zudem werden mehrere Personen wegen Schocks behandelt.
Den Rettungsdiensten zufolge hatten sich die meisten Bewohner im Luftschutzbunker des Gebäudes in Sicherheit gebracht und blieben unverletzt. Es wird angenommen, dass sich die Getöteten zum Zeitpunkt des Einschlags nicht in einem Luftschutzraum befanden. Vor dem Einschlag hatten die Luftalarm-Sirenen geheult und es gab Warnungen auf die Handys.
Rakete in der Luft zerbrochen
Eine Untersuchung der israelischen Luftwaffe ergab, dass die Rakete nicht abgefangen wurde, weil sie in der Luft zerbrach. Den Untersuchungsergebnissen zufolge verfehlten die Abfangraketen ihr Ziel, weil sich die erwartete Flugbahn änderte.
Am Sonntagabend erklärte der israelische Polizeichef Danny Levy vor Ort gegenüber Reportern, dass der noch unter den Trümmern liegende Sprengkopf wahrscheinlich nicht explodieren werde. „Wir haben mehrere Gebäude evakuiert, damit im unwahrscheinlichen Fall einer Explosion der Rakete niemand zu Schaden kommt. Unsere Sprengstoffexperten kümmern sich um die Angelegenheit“, versicherte er.
In den frühen Morgenstunden des Montags wurde die Region Haifa erneut Ziel eines Raketenangriffs aus dem Iran. Im Gegensatz zu dem tödlichen Angriff am Vortag ging die israelische Armee davon aus, dass die am Montag abgefeuerte Rakete einen Streubomben-Sprengkopf trug, der kleine Sprengkörper über ein großes Gebiet verstreute. Nach Angaben von Sanitätern wurden bei dem Angriff vier Menschen leicht verletzt.
Zudem feuerte der Iran am Montagmorgen eine Streubombe auf das Zentrum des Landes ab. Es gab rund 20 Einschläge. Mindestens zwei Menschen wurden nach Angaben des Rettungsdienstes verletzt, darunter einer schwer.
Foto: Rettungskräfte suchen in den Trümmern des siebenstöckigen Wohngebäudes in Haifa nach den vermissten Personen. Die konnten nur noch tot geborgen werden. Foto: David Cohen/Flash90