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Waffenstillstand mit Iran spaltet Israel – scharfe Kritik an Premierminister Netanjahu

JERUSALEM 09.04.2026 (LS) – Der überraschende von US-Präsident Donald Trump ausgehandelte Waffenstillstand mit dem Iran hat in Israel eine heftige innenpolitische Debatte ausgelöst. Während Ministerpräsident Benjamin Netanjahu das Abkommen unterstützt und als strategischen Schritt darstellt, sprechen Oppositionspolitiker von einem „politischen Desaster“.

Netanjahu verteidigte die Vereinbarung und betonte, Israel habe seine zentralen Ziele nicht aufgegeben. „Wir haben noch Ziele zu erreichen … entweder durch ein Abkommen oder durch erneute Kämpfe“, erklärte er und stellte klar: „Das ist nicht das Ende des Feldzugs.“

Zugleich versicherte er, Israel bleibe jederzeit handlungsfähig. „Unser Finger bleibt am Abzug“, erklärte Netanjahu und kündigte an, man sei bereit, „jederzeit zum Kampf zurückzukehren“.

Opposition: „Politisches Desaster“ und schwere Vorwürfe

Die Kritik aus der Opposition fiel scharf aus. Mehrere Politiker bezeichneten den Waffenstillstand als „politisches Desaster“ und warfen Benjamin Netanjahu vor, den Krieg ohne klares Ergebnis beendet zu haben.

Ein Oppositionsvertreter erklärte, Israel habe „den Krieg beendet, ohne das iranische Atomprogramm zu zerstören und ohne das Regime entscheidend zu schwächen“. Ein weiterer Vorwurf lautete, Israel sei diplomatisch an den Rand gedrängt worden. „Das ist kein Sieg, das ist ein Scheitern“, hieß es aus der Opposition. Auch wurde kritisiert, dass die Entscheidung maßgeblich von den USA getroffen worden sei und Israel nur begrenzten Einfluss auf das Ergebnis gehabt habe.

Yair Golan, Vorsitzender der linksgerichteten Partei „Die Demokraten“, schrieb: „Netanjahu hat gelogen. Er versprach einen ‚historischen Sieg‘ und Sicherheit für Generationen, doch in Wirklichkeit haben wir einen der schwerwiegendsten strategischen Fehlschläge erlebt, die Israel je erlebt hat.“

„Blut wurde vergossen. Tapfere Bürger wurden getötet. Soldaten sind gefallen. Eine ganze Nation in Schutzräumen“, doch „keines der Ziele wurde erreicht“, schrieb Golan.

Kritik auch von rechten Parteien

Der Abgeordnete Zvika Fogel, Vorsitzender des Ausschusses für nationale Sicherheit der Knesset und Mitglied der rechten Partei Otzma Yehudit, reagierte auf den von US-Präsident Donald Trump verkündeten Waffenstillstand mit einem scharf formulierten Beitrag auf X. „Donald, du hast dich wirklich wie ein Weichei verhalten“, schrieb er. Der Vorsitzende der Partei „Yisrael Beytenu“, Avigdor Liberman, warnte, dass der Waffenstillstand „dem Regime der Ajatollahs eine Atempause und die Gelegenheit zur Neuformierung verschafft“,

In Stellungnahmen von jüdischen Gemeinden an der Front im Norden Israels, die nach Trumps Ankündigung veröffentlicht wurden, wurde Besorgnis über den Waffenstillstand geäußert, da das iranische Regime den Waffenstillstand auf den Libanon ausweiten will. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi forderte die Vereinigten Staaten am Mittwoch in einem Beitrag auf X auf, sich zwischen der Aufrechterhaltung des Waffenstillstandsabkommens mit dem Iran und der fortgesetzten Unterstützung des Krieges Israels gegen die libanesische Terrororganisation Hisbollah zu entscheiden. „Die USA müssen sich entscheiden – Waffenstillstand oder fortgesetzter Krieg durch Israel. Beides geht nicht“, so Araghchi.

Der Vorsitzende des Regionalrats von Obergaliläa, Moshe Davidovich erklärte dazu: „Wenn der Krieg im Libanon gegen die Hisbollah beendet wird, wäre das ein ethisches, moralisches und sicherheitspolitisches Versagen ersten Ranges. Es ist nicht hinnehmbar, dass wir unsere besten Söhne in den Kampf geschickt und Hunderttausende von Bewohnern an der Frontlinie zu Verteidigern des Staates gemacht haben, nur um dann kurz vor dem entscheidenden Moment aufzuhören“, fügte Davidovich hinzu.

Titelbild: Benjamin Netanjahu wird für den Waffenstillstand scharf kritisiert. Foto: Shalev Shalom/POOL

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