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„Sie schreiben Geschichte unter Beschuss“: Israel ehrt am Unabhängigkeitstag verdiente Soldaten

JERUSALEM, 22.4.2026 (TPS/TM) – Isaac Herzog, Israels Staatspräsident, hat bei einer besonderen Feier zum Unabhängigkeitstag 120 herausragende Soldaten der israelischen Streitkräfte geehrt. Er betonte dabei, dass es sich um eine außergewöhnliche Generation handle, die vom langjährigen Konflikt geprägt sei.

„Wir alle sind mit Geschichten von Heldentum aufgewachsen, doch diese Generation übertrifft sie alle“, sagte Herzog in seiner Ansprache an die Geehrten, deren Namen gemäß den militärischen Sicherheitsvorschriften nicht veröffentlicht wurden. Aufgrund des Krieges fand die jährliche Zeremonie in einem kleineren Rahmen statt.

Lange Zeit im Einsatz

Während er durch den Innenhof seiner Residenz ging, nahm sich Herzog Zeit, jeden Preisträger persönlich zu begrüßen und ihren Berichten über den Dienst zuzuhören. Viele der Geehrten waren während eines Großteils der vergangenen zweieinhalb Jahre im Einsatz.

„Es fällt schwer, sich an eine andere Zeit zu erinnern, in der so viele Ausgezeichnete den Großteil ihres Dienstes unter Kampfbedingungen verbracht haben“, erklärte Herzog. „Jeder herausragende Soldat steht vor Herausforderungen – doch in Kriegszeiten vervielfachen sich diese.“

Herzog stellte einen klaren Kontrast zwischen regulärem Dienst und Kriegseinsatz dar und beschrieb, wie sich die Maßstäbe für herausragende Leistungen unter Beschuss verändern:

„Unter normalen Umständen beruhen Verdienste auf Professionalität und Eigeninitiative. Im Krieg entstehen sie im Angesicht von Gefahren, durch lange Abwesenheit von zu Hause und durch Einsätze, die mitunter tief im feindlichen Gebiet stattfinden“, erläuterte er. „Ihr lernt nicht nur aus der Geschichte – ihr schreibt sie mit.“

Die Gruppe der Ausgezeichneten spiegelte einen breiten Querschnitt der israelischen Gesellschaft wider: Von den 120 Preisträgern sind 68 Männer und 52 Frauen, 19 tragen Offiziersrang. Einige haben persönliche Verluste erlitten, mehrere sind Einwanderer.

Die ehemalige Geisel Alon Ohel (rechts) und der am 7. Oktober verwundete Soldat Dvir Bublil umrahmten die Feier musikalisch. Foto: Elad Malka/GPO

Ein besonderer Höhepunkt der Feier war der gemeinsame Auftritt der ehemaligen Geisel Alon Ohel und des Soldaten Dvir Bublil, der am 7. Oktober im Kampf verwundet worden war, zu Ehren der ausgezeichneten Soldaten. „Ich war dort, 50 Meter unter der Erde, meine Beine gefesselt, sah buchstäblich aus wie eine Leiche – und ich konnte nur von Momenten wie diesen träumen, hier am Unabhängigkeitstag zu sitzen und vor euch zu spielen“, erzählte Ohel dem Publikum. „Um mir die Zeit zu vertreiben, stellte ich mir vor, wie ich auf einer Bühne genau wie dieser sitze und singe … und jetzt ist es soweit, ich stehe hier auf dieser Bühne.“

Präsident Herzog begrüßte zudem weitere ehemalige Geiseln, die die Gefangenschaft durch die Hamas überlebt haben: „Ich bin zutiefst bewegt, bei dieser Feier die überlebenden Geiseln zu sehen, die zu uns zurückgekehrt sind: Gadi Mozes, Mia Leimberg, Fernando Simon Marman und Alon Ohel. Vor einem Jahr haben wir gebetet und gehofft – und Gott sei Dank gibt es nun keine Geiseln mehr. Ihr erfüllt unsere Herzen mit Freude.“

„Armee sichert das Überleben des Staates“

Im Namen der Nation dankte Herzog auch Armeechef Eyal Zamir sowie dem gesamten Generalstab: „Die Erfolge, die die Armee in diesem Jahr erzielt hat, übersteigen jede Vorstellungskraft. Sie sichern das weitere Gedeihen Israels als jüdischer und demokratischer Staat.“

Titelbild: Staatspräsident Issac Herzog zeichnete 120 Armeeangehörige für besondere Verdienste aus. Foto: Elad Malka/GPO

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