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Politischer Eklat auf der Weltbühne des Fußballs

von Alon David

JERUSALEM / VANCOUVER, 03.05.2026 – Sport soll verbinden. Doch auf der größten Bühne des Weltfußballs zeigt sich einmal mehr das Gegenteil: Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern hat längst auch die internationalen Sportverbände erreicht – und eskaliert nun offen vor laufenden Kameras.

Beim 76. Kongress des FIFA im kanadischen Vancouver kam es zu einer Szene, die symbolischer kaum sein könnte. Als FIFA-Präsident Gianni Infantino versuchte, eine Geste der Versöhnung zu inszenieren, verweigerte der Präsident des palästinensischen Fußballverbands Jibril Rajoub demonstrativ den Handschlag mit Israels Vertreter Basim Sheikh Suliman.

Fußball als politisches Schlachtfeld

Infantino hatte beide Funktionäre auf die Bühne gebeten, offenbar mit dem Ziel, ein Bild der Einheit zu schaffen. Doch der Plan ging nicht auf. Rajoub weigerte sich, sich seinem israelischen Gegenüber auch nur zu nähern – vor den Augen der internationalen Fußballgemeinschaft.

Statt eines symbolischen Friedensmoments entstand ein politischer Eklat.

Palästinensische Vertreter rechtfertigten die Verweigerung offen und begründeten sie mit politischen Vorwürfen gegen Israel.

Der Vorfall ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines jahrelangen Konflikts innerhalb der FIFA. Die palästinensische Seite fordert seit Jahren Sanktionen gegen Israel – insbesondere wegen israelischer Vereine, die in umstrittenen Gebieten spielen.

Die FIFA hatte zuletzt jedoch entschieden, keine Suspendierung vorzunehmen – mit Verweis auf die „komplexe und ungeklärte rechtliche Lage“.

Für die palästinensische Führung ist das nicht akzeptabel. Sie hat den Fall inzwischen vor den Internationalen Sportgerichtshof gebracht.

Der Weltfußball inszeniert sich gerne als neutraler Raum. Als Ort, an dem Politik keine Rolle spielt. Doch genau dieser Anspruch wirkt in Momenten wie diesem zunehmend realitätsfern.

Wenn ein Handschlag zur politischen Provokation wird, zeigt sich: Der Konflikt ist längst globalisiert – und längst emotionalisiert.

Auch für die FIFA wird das zum Problem. Denn jeder Versuch, Neutralität zu demonstrieren, läuft Gefahr, selbst politisch interpretiert zu werden.

Was in Vancouver passiert ist, war kein diplomatisches Missverständnis. Es war eine bewusste Entscheidung.

Eine Entscheidung gegen Dialog – und für Konfrontation.

Und sie wirft eine grundsätzliche Frage auf:
Wie soll ein Sportverband, der sich als verbindende Kraft versteht, mit einem Konflikt umgehen, in dem selbst die einfachste Geste unmöglich geworden ist?

Titelbild: FIFA-Kongress in Kanada: Jibril Rajoub, Präsident des palästinensischen Fußballverbands, winkt auf der Bühne, während der Präsident des israelischen Fußballverbands, und FIFA-Präsident Gianni Infantino zuschauen. Foto: Jennifer Gauthier/Reuters

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