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Islamische Pflicht als Deckmantel – Wie die Hamas die Hajj-Wallfahrt für Terrorfinanzierung missbraucht

JERUSALEM, 18.05.2026 (NH) – Die Hajj, die jährliche islamische Pilgerfahrt nach Mekka, zählt zu den fünf Säulen des Islam und gilt für gläubige Muslime als religiöse Pflicht. Millionen Menschen reisen jedes Jahr nach Mekka und Medina, um Rituale wie die Umrundung der Kaaba (Tawaf) oder den Lauf zwischen den Hügeln Safa und Marwa (Sa’i) zu vollziehen. Laut aktuellen Berichten soll die Hamas die religiöse Großveranstaltung jedoch nutzen, um verdeckte Finanz- und Schmuggeloperationen abzuwickeln.

Gold und Bargeld im Schatten der Kaaba

Berichten zufolge plant die Hamas, die enormen Menschenbewegungen während der diesjährigen Hajj-Saison vom 24. bis 29. Mai als Tarnung für Schmuggelaktivitäten zu nutzen. Die hohe Zahl an Pilgern erschwert eine umfassende Kontrolle von Geldflüssen und transportierten Wertgegenständen erheblich. Nach den vorliegenden Informationen sollen Spendengelder unter dem Vorwand religiöser oder humanitärer Zwecke direkt in Saudi-Arabien eingesammelt werden. Neben Bargeld sollen auch Gold und Schmuck von Unterstützern und mutmaßlichen Terrorfinanzierern entgegengenommen werden. Die Wertgegenstände würden anschließend über Mittelsmänner nach Ägypten transportiert und von dort weiter in den Gazastreifen gelangen. Um internationale Kontrollen zu umgehen, setzt die Hamas laut den Berichten auf moderne und traditionelle Finanzsysteme. Dazu zählen digitale Wallets, Kryptowährungen sowie das informelle „Hawala“-System, bei dem Geld über persönliche Vertrauensnetzwerke transferiert wird, ohne physisch Grenzen zu überschreiten.

Von humanitärer Hilfe bis Schutzgeldern

Die Ausnutzung der Hajj reiht sich laut israelischen Sicherheitskreisen in ein breiteres Muster ein, zivile und humanitäre Strukturen für eigene Zwecke zu missbrauchen. Analysen des israelischen Militärs (IDF) zufolge kontrolliert die Hamas humanitäre Hilfslieferungen im Gazastreifen teilweise systematisch. Schätzungen zufolge werden zwischen 60 und 70 Prozent bestimmter Hilfsgüter von der Hamas beschlagnahmt oder kontrolliert. Die Güter werden entweder zur Versorgung eigener Kämpfer genutzt oder zu stark erhöhten Preisen weiterverkauft. So soll die Organisation Hunderte Millionen Dollar eingenommen haben. Darüber hinaus finanziert sich die Hamas durch ein weit verzweigtes Erpressungs- und Abgabensystem innerhalb des Gazastreifens. Händler werden zur Zahlung von Steuern und sogenannten „Sicherheitsgebühren“ gezwungen. Auch der Schmuggel regulierter Waren, darunter Tabakprodukte, gilt als wichtige Einnahmequelle. Internationale Unterstützung erhält die Hamas laut Geheimdienstberichten insbesondere aus dem Iran. Gelder werden häufig über Hamas-nahe Netzwerke in der Türkei mithilfe des Hawala-Systems in den Gazastreifen transferiert.

So zeigt sich ein klares Muster: Ob bei der heiligen Wallfahrt oder bei der Verteilung von Brot, die Hamas priorisiert den bewaffneten Kampf und das eigene Überleben vor dem Wohl der Menschen, die sie zu vertreten vorgibt.

Titelbild: Angehörige der Al-Qassam-Brigaden, des militärischen Arms der Hamas, übergeben auf dem Palästina-Platz in Gaza-Stadt israelische Geiseln an Vertreter des Roten Kreuzes. Foto: Ayman Alhesi/Flash90

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