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Skandalöse Aussage im Gerichtssaal – Richter entschuldigt sich für Holocaust-Vergleich

JERUSALEM, 26.05.2026 (NH) – Ein Holocaust-Vergleich eines israelischen Jugendrichters hat landesweit Empörung ausgelöst und nun zu einer offiziellen Entschuldigung geführt. Richter Noam Shilo hatte minderjährige palästinensische Grenzgänger, die illegal nach Israel eingedrungen waren, mit Juden verglichen, die während des Holocausts Kartoffeln stahlen. Trotz der richterlichen Entschuldigung bleibt die öffentliche Kritik massiv. Der Fall lenkt erneut Aufmerksamkeit auf das Sicherheitsrisiko durch zehntausende illegale Einreisen nach Israel.

Illegale Grenzgänger mit Holocaust-Opfern verglichen

Der skandalöse Vorfall ereignete sich während eines Verfahrens gegen zwei 15-jährige palästinensische „Shabachim“, die illegal einen Sicherheitszaun überwunden hatten und sich ohne Aufenthaltsgenehmigung in Israel aufhielten. Shilo stellte das Verfahren zunächst ohne Verurteilung oder Strafe ein und verwies auf das junge Alter sowie das mutmasslich schmächtige Erscheinungsbild der Jugendlichen. Nach der Berufung der Staatsanwaltschaft erklärte der Richter: „Sie erinnern mich an Juden, die im Holocaust Kartoffeln gestohlen haben.“ Die Aussage löste breite Empörung aus. Nach einer Untersuchung durch den Beauftragten für Justizbeschwerden, Richter Asher Kula, erklärte Shilo: „Ich bedauere zutiefst, was gesagt wurde. Ich hätte das nicht sagen dürfen. Ich entschuldige mich aufrichtig bei jedem, der verletzt wurde.“

Was sind „Shabachim“?

Der Begriff „Shabach“ leitet sich vom hebräischen Ausdruck Shohim Bilti Hukiyim ab und bezeichnet Personen ohne rechtmäßigen Aufenthaltsstatus. In Israel beschreibt der Begriff meist Palästinenser aus dem sogenannten Westjordanland, die ohne Einreise- oder Arbeitsgenehmigung und damit ohne wichtige staatliche Sicherheitsüberprüfungen nach Israel gelangen. Sicherheitskreise warnen seit Jahren vor dem Umfang der illegalen unkontrollierten Grenzübertritte. Nach Schätzungen nutzen täglich zehntausende Palästinenser Schwachstellen im Sicherheitszaun, um illegal nach Israel einzureisen. Allein am vergangenen Shawuot-Wochenende nahmen israelische Sicherheitskräfte landesweit fast 500 illegale Grenzgänger sowie dutzende Helfer fest.

Sicherheitsbehörden warnen vor wachsender Gefahr

Sicherheitsbehörden sehen in den illegalen Grenzübertritten ein existenzielles Risiko für die öffentliche Sicherheit. Es handelt sich dabei nicht nur um einfache Ordnungswidrigkeiten, sondern um ein Einfallstor für schwerwiegende Bedrohungen. Terrororganisationen nutzen die unkontrollierten Übergänge gezielt, um Attentäter, Informanten und Schmuggler nach Israel einzuschleusen. Regelmäßig werden bei Festnahmen Messer und Waffen sichergestellt. Für besonderes Aufsehen sorgte zuletzt ein Korruptionsfall in Givat Ze’ev. Dort sollen Sicherheitskräfte Schmiergelder angenommen haben, um hunderten illegalen Palästinensern die unbemerkte Einreise zu ermöglichen.

Staatsanwaltschaft und Sicherheitsbehörden warnen deshalb, richterliche Nachsicht gegenüber illegalen Grenzgängern, auch bei Minderjährigen, schwäche die Abschreckung und könnte einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen, der die Sicherheit jedes einzelnen israelischen Bürgers gefährdet.

Titelbild: Israelische Grenzpolizisten nehmen palästinensische Verdächtige nahe der Sicherheitsmauer zwischen Jerusalem und dem Westjordanland fest. Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 verstärkten israelische Sicherheitskräfte ihre Maßnahmen gegen illegale Einreisen und mögliche Terroranschläge. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

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