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Wer ist Mohammed Dahlan? Ex-Fatah-Funktionär nach Bericht über Treffen mit Shin-Bet-Chef im Fokus

JERUSALEM, 27.05.2026 (DR) – Shin-Bet-Chef David Zini soll sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Mohammed Dahlan getroffen haben — dem früheren palästinensischen Sicherheitschef, der seit Jahren im Exil in Abu Dhabi lebt. Mehrere Medien berichteten dies übereinstimmend unter Berufung auf israelische und regionale Quellen.

Vom Sicherheitschef zum Abbas-Rivalen

Dahlan stammt aus dem Gazastreifen und war in den 1990er Jahren erster Leiter des palästinensischen Präventiven Sicherheitsdienstes. Diese dem Innenministerium unterstellte Struktur spielte innerhalb der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) eine zentrale Rolle. 2002 trat er zurück – als Protest gegen ausbleibende politische Reformen.

In den Folgejahren galt er zeitweise als möglicher Stellvertreter von PA-Präsident Mahmud Abbas, den die US-Regierung unter George W. Bush ins Auge gefasst haben soll. Abbas betrachtete ihn jedoch als Rivalen. 2011 zerbrach die Beziehung endgültig. Dahlan verließ das Westjordanland und lebt seither in den Emiraten, wo er als Berater von Präsident Mohammed bin Zayed gilt.

Kurz danach verurteilte die PA Dahlan in Abwesenheit wegen mehrerer schwerer Straftaten, darunter die Beteiligung an einem Giftanschlag auf PLO-Chef Yasser Arafat, ein versuchter Staatsstreich gegen die palästinensische Führung und Veruntreuung. Dahlan wies die Vorfürfe vehement zurück.

Ein Name in der Debatte um Gazas Zukunft

Dahlans Verhältnis zur Hamas war wechselhaft. Nach dem Wahlsieg der Terrororganisation 2006 gehörte er zunächst zu ihren schärfsten Kritikern. Später veränderte sich das Bild: 2017 nahm er per Video an einer von der Hamas geleiteten parlamentarischen Sitzung teil. Laut einem Bericht des Wall Street Journal aus dem Jahr 2024 hielt er Kontakte zu Hamas-Akteuren aufrecht und betrachtete deren Präsenz als politische Realität.

Seit Beginn des Krieges gegen die Hamas taucht Dahlans Name deshalb in Debatten über eine mögliche Nachkriegsordnung in Gaza auf. Prof. Kobi Michael vom israelischen Institute for National Security Studies (INSS) und dem Misgav-Institut erklärte der Jerusalem Post, Israel nehme Dahlan als pragmatische und vernünftige Figur wahr. Zugleich äußerte er Zweifel daran, dass Dahlan selbst an einer offiziellen Rückkehr in eine verantwortliche Position interessiert ist.

Nach Michaels Einschätzung könnte eine konkrete Rolle für Dahlan in Gaza den bestehenden 20-Punkte-Plan für den Gazastreifen eher stören als stützen. Wahrscheinlicher sei, dass Israel mit dem Kontakt ein Signal an Mahmud Abbas senden wollte: Jeder Kontakt und jede Zusammenarbeit mit Dahlan seien ein direkter Affront gegenüber dem PA-Präsidenten. Israel könnte damit auch die Zeit nach Abbas im Blick haben – und mögliche innerpalästinensische Machtkämpfe.

Titelbild: Fatah-Abgeordneter Mohammed Dahlan im Gespräch mit Journalisten nach einer Rede des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas in Ramallah, 16. Dezember 2006. Foto: Michal Fattal/Flash90.

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