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Experte warnt vor Täuschungsmanöver: Hamas gibt Macht in Gaza nicht wirklich auf

JERUSALEM, 08.07.2026 (DR) – Die von der Hamas angekündigte Auflösung ihrer Regierung im Gazastreifen bedeutet nach Einschätzung des israelischen Palästinenser-Experten Dr. Mosche Elad keinen echten Machtverzicht. Elad, Oberst der Reserve und Dozent am Western Galilee Academic College, erklärte im israelischen Radiosender 103FM, die Terrororganisation wolle damit vor allem den internationalen Druck zur Entwaffnung umgehen.

Hamas hatte am Montag die Auflösung ihres Regierungsgremiums im Gazastreifen bekanntgegeben. Die zivile Verwaltung soll demnach an das Nationale Komitee zur Verwaltung Gazas (NCAG) übergehen – ein Gremium, das im Rahmen des international unterstützten 20-Punkte-Plans von US-Präsident Donald Trump geschaffen wurde. Der Plan wird durch die UN-Sicherheitsratsresolution 2803 vom November 2025 gestützt. Das NCAG soll unter Aufsicht des sogenannten Board of Peace stehen und künftig sowohl die zivile Verwaltung als auch den Wiederaufbau des Küstenstreifens übernehmen. Das Board of Peace erklärte am Montag, es habe die Ankündigung „zur Kenntnis genommen“. Entscheidend seien jedoch konkrete Schritte, vor allem die Kontrolle aller Waffen im Gazastreifen.

„Sie geben etwas anderes auf“

Elad erklärte, die Hamas reagiere auf die Forderung nach Abgabe ihrer Waffen mit einem politischen Ersatzangebot. Wenn jemand aufgefordert werde, sein wichtigstes Machtmittel abzugeben, biete er stattdessen etwas anderes an. Solange die Waffen in den Händen der Hamas blieben, könne sie weiter herrschen.

Auch das geplante Verwaltungskomitee könne nach Elads Einschätzung weder Entscheidungen durchsetzen noch Waffen einsammeln – es verfüge über keine reale Macht. Zugleich baue die Hamas im Gazastreifen ihre Kräfte wieder aus und rekrutiere neue, wenn auch unerfahrene Kämpfer. Das Vorgehen zeige, dass die Organisation weiterhin Stärke besitze und zentrale Machtpositionen halte.

Wiederaufbau bleibt an Sicherheitsfrage gebunden

Der geplante Wiederaufbau ist einer der wichtigsten Bestandteile der Nachkriegsordnung für Gaza. Internationale Akteure wollen zivile Strukturen schaffen, Infrastruktur erneuern und die Versorgung der Bevölkerung stabilisieren. Israel und die USA verlangen jedoch, dass Hamas keine militärische Kontrolle behält.

Kritisch äußerte sich Elad auch zu den amerikanischen Wiederaufbauplänen. Hinter dem Vorgehen der Hamas sieht er einen Plan führender Hamas-Vertreter, darunter Khaled Mashal, Khalil al-Hayya und Mousa Abu Marzouk. Nach Elads Einschätzung zielt dieser Plan darauf ab, die Entwaffnung zu vertagen und den Wiederaufbau trotzdem voranzubringen.

Elad warnte, ein Wiederaufbau sei kaum möglich, solange Hamas-Strukturen weiter aktiv seien und Israel deshalb Sicherheitskontrolle vor Ort behalten müsse. Die USA würden sich auf erhebliche Probleme einlassen, wenn sie Gelder für Entwicklung freigäben, bevor die Entwaffnung der Hamas verbindlich gesichert sei.

Am Ende gehe es der Hamas nach Elads Einschätzung vor allem darum, ihre Waffen zu behalten. Ohne Waffen verliere sie ihren Einfluss. Die angekündigte Regierungsauflösung sei daher kein echter Machtverzicht, sondern ein Versuch, Zeit zu gewinnen.

Titelbild: Zerstörung in Gaza, Symbolbild. Bild: Palestinian News & Information Agency (Wafa) in contract with APAimages, CC BY-SA 3.0/Wikimedia Commons

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