
Terror aus dem Libanon – Hisbollah überzieht Israels Norden mit Raketenhagel
JERUSALEM, 31.05.2026 (NH) – Die Bewohner Nordisraels haben erneut ein Wochenende unter massivem Raketen- und Drohnenbeschuss erlebt. Die vom Iran unterstützte Hisbollah intensivierte ihre Angriffe auf israelische Gemeinden entlang der Nordgrenze und feuerte innerhalb weniger Stunden rund 15 Raketen auf zivile Ziele ab. Betroffen waren Safed, Kiryat Shmona, Karmiel und Nahariya. Während ein Großteil abgefangen wurde, schlugen mehrere Geschosse in bewohnten Gebieten ein.
Zivile Infrastruktur und religiöse Stätten betroffen
Besonders Kiryat Shmona wurde getroffen, wo eine Rakete ein Einkaufszentrum beschädigte. Verletzt wurde niemand, da das Gebäude geschlossen war. Auch in Nahariya wurde die Gefahr deutlich sichtbar, als Badegäste Schutz suchten, nachdem Raketen nahe der Küste im Mittelmeer einschlugen. Für die Bewohner sind die Angriffe weitere Beispiele der anhaltenden Bedrohung durch die Hisbollah. Die Attacken unterstreichen ebenfalls die Reichweite des Beschusses, dem die Zivilbevölkerung täglich ausgesetzt ist.
Nach Angaben der israelischen Streitkräfte (IDF) gefährdet die Terrormiliz auch die eigene Bevölkerung im Libanon. Die IDF veröffentlichte Aufnahmen, die zeigen, wie Raketen eine griechisch-orthodoxe Kirche im südlibanesischen Marjayoun trafen und beschädigten. Israelische Truppen waren zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht im Gebiet operativ. Der Vorfall wird als Beispiel für das Vorgehen der Hisbollah gewertet, das auch eigene zivile und religiöse Einrichtungen gefährdet.
Drohnen als zunehmende Bedrohung
Neben Raketen sieht sich Israel zunehmend Drohnenangriffen ausgesetzt. Die Fluggeräte sind kostengünstig, schwer zu orten, umgehen herkömmliche Abwehrsysteme oft problemlos und stellen damit eine ständige tödliche Bedrohung für die Bodentruppen dar. Nach Einschätzung der Militärführung gehören Terror-Drohnen zu den größten taktischen Herausforderungen an der Nordfront. Die Angriffe haben bereits zahlreiche Todesopfer gefordert und Dutzende verletzt. Jüngste Beispiele für diesen tödlichen Trend sind die 20-jährige Soldatin Sergeant Rotem Yanai, die vergangene Woche bei einer Drohnenattacke nahe der Grenze getötet wurde, sowie der 21-jährige Stabsfeldwebel Michael Tyukin von der Givati-Einheit, der gestern durch eine Hisbollah-Sprengdrohne ums Leben kam.
Als Reaktion hat die IDF ihre Abwehrmaßnahmen ausgeweitet. Neben modernen Detektionssystemen kommen spezielle Abwehrvorrichtungen zum Einsatz, die bereits zahlreiche Drohnen abgefangen haben. Gleichzeitig gehen israelische Streitkräfte gezielt gegen die verantwortlichen Operateure vor und haben nach eigenen Angaben mehrere Drohnenkommandos ausgeschaltet.

IDF erobert Beaufort-Rücken und weitet Operationen aus
Jetzt hat Israel seine militärischen Operationen gegen die Hisbollah im Südlibanon massiv ausgeweitet. Ein historischer Meilenstein dieser Offensive ist die Rückeroberung des strategisch bedeutsamen Beaufort-Rückens durch die Spezialeinheit „Sayeret Golani“, 26 Jahre nach dem Abzug im Jahr 2000. Die Kontrolle über diese topografische Schlüsselposition ist entscheidend, um die direkte Bedrohung durch Hisbollah-Terror für Metula und die Galiläa-Region dauerhaft zu neutralisieren. Nach Regierungsangaben operieren israelische Truppen inzwischen auch nördlich des Litani-Flusses, um dortige Stellungen, Waffenlager und Abschussrampen der Hisbollah systematisch zu zerstören. Parallel dazu setzt die Luftwaffe ihre Präzisionsangriffe auf die unter iranischer Anleitung errichtete militärische Infrastruktur fort.
Während internationale Bemühungen um eine Waffenruhe bislang keine Fortschritte erzielt haben und die Lage für die Zivilbevölkerung durch Sirenen und Schutzraumaufenthalte angespannt bleibt, schafft die IDF durch die Besetzung dominierender Geländepunkte wie dem Beaufort proaktiv die Fakten, die für eine stabile Sicherheitslage an der Nordgrenze unerlässlich sind.
Titelbild: Israelische Sicherheitskräfte und Zivilisten am Ort einer nächtlichen Raketenattacke aus dem Libanon auf Kiryat Shmona, 30. Mai 2026. Foto: Ayal Margolin/Flash90