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Israelische Armee nimmt Beaufort-Burg im Südlibanon ein – Schulen im Norden geschlossen, Sirenen ertönen bis Haifa

JERUSALEM 01.06.2026 (LS) – Die israelische Armee (IDF) hat die historische Beaufort-Burg im Südlibanon eingenommen – zum ersten Mal seit 26 Jahren weht die israelische Flagge über der Kreuzfahrerfestung. Netanjahu spricht von einem „dramatischen Wendepunkt“, die Hisbollah antwortet mit über 50 Raketen und Drohnen, und im Norden Israels bleiben Schulen geschlossen.

„Wir sind stärker zurückgekehrt als je zuvor“

„Letzte Nacht haben unsere tapferen Kämpfer die Beaufort-Burg eingenommen“, verkündete Premierminister Benjamin Netanjahu am Sonntag in einer Videobotschaft. „Sie haben dort stolz die Fahne des Staates Israel und die Fahne der Golani-Brigade gehisst.“ „Die Einnahme von Beaufort ist ein dramatischer Schritt und eine dramatische Wende in der Politik, die wir verfolgen“, erklärte Netanjahu und verwies auf israelische Sicherheitszonen in Syrien, Gaza und Libanon. „Wir haben die Barriere der Angst durchbrochen. Wir ergreifen die Initiative und operieren auf allen Fronten.“

Netanjahu erinnerte an die symbolische Bedeutung des Ortes: „Vor 44 Jahren war dieser Ort ein Symbol eines heroischen Kampfes – aber auch ein Symbol tiefer Spaltung unter uns. Heute sind wir anders nach Beaufort zurückgekehrt. Wir sind geeint, entschlossen und stärker als je zuvor zurückgekehrt.“ Er ordnete an, die Operationen zu vertiefen und auf weitere Gebiete auszuweiten, die bislang unter Hisbollah-Kontrolle standen, und berichtete, seit Kriegsbeginn seien 8.000 Hisbollah-Terroristen eliminiert worden – 3.000 davon seit Beginn der Operation „Brüllender Löwe“, und 700 allein im letzten Monat.

IDF-Soldaten auf der Kreuzfahrerburg Beaufort. Foto: IDF Spokesperson
Schulen geschlossen, Krankenhaus unterirdisch verlegt, Sirenen bis Haifa

Die IDF schloss am Sonntag alle Schulen in Grenzgemeinden nahe dem Libanon. Das Heimatfrontkommando verschärfte seine Richtlinien und begrenzte Veranstaltungen im Freien auf 50 Personen. Strände in Nordisrael wurden gesperrt. Das Gesundheitsministerium ordnete an, das Galiläa-Krankenhaus in Naharija – rund zehn Kilometer von der Grenze entfernt – solle den Betrieb in seinen unterirdischen Schutzbereich verlagern.

Die Hisbollah feurte am Sonntag mehr als 50 Raketen und Drohnen auf den Norden Israels ab. Die Angriffe lösten Raketenalarm in Akko und der Region Haifa aus – der erste Angriff auf das große nordisraelische Ballungsgebiet seit fast einem Monat. Alle 20 Minuten heulten Sirenen im Norden, die Bevölkerung musste Schutzräume aufsuchen. Der ehemalige Premierminister Naftali Bennett kritisierte Netanjahu scharf: „Die Regierung kehrt zur verachtenswerten Politik der Eindämmung zurück und normalisiert eine unerträgliche und inakzeptable Situation. Das ist kein Sieg.“

Libanesischer Premier: „Politik der verbrannten Erde“

Libanons Premierminister Nawaf Salam bezeichnete Israels Vorgehen in einer Fernsehansprache als „verbrannte-Erde-Politik und kollektive Bestrafung“ – Israel zerstöre Städte und Dörfer und zwinge ihre Bewohner ins Exil. Eine solche Politik werde Israel „weder Sicherheit noch Stabilität“ bringen, erklärte er. Gleichzeitig verteidigte Salam Beiruts direkte Verhandlungen mit Jerusalem als „den kostengünstigsten Weg“ für den Libanon. Am Freitag hatten israelische und libanesische Militäroffizielle im Pentagon in Washington Gespräche geführt, um eine „Sicherheitsschiene“ der Verhandlungen zu etablieren. Für Dienstag und Mittwoch sind politische Gespräche geplant.

Frankreich forderte eine Notfallsitzung des UN-Sicherheitsrats. Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte: „Nichts kann die Fortsetzung israelischer Militäroperationen im Libanon und seine immer tiefere Besetzung libanesischen Territoriums rechtfertigen.“

IDF-Truppen operieren in der Beaufort-Burg im Südlibanon. Foto: IDF Spokesperson
USA: Israel muss Angriffe auf Zivilbevölkerung nicht hinnehmen

Verteidigungsminister Israel Katz hingegen schwor, die Truppen nicht zurückzuziehen: „Wir werden nicht aufhören, bis die Bewohner des Nordens sicher nach Hause zurückkehren können.“ Über Nacht wurde ein Soldat durch einen Drohnenangriff der Hisbollah im Südlibanon getötet. Bei demselben Angriff wurden drei weitere Soldaten verletzt.

Die Vereinigten Staaten „erwarten nicht, dass Israel die anhaltenden Angriffe einer Terrororganisation auf seine Zivilbevölkerung hinnehmen muss“, erklärte ein Vertreter der US-Regierung am Montagmorgen gegenüber der Jerusalem Post, nachdem Berichte bekannt geworden waren, wonach Israel die Zustimmung der USA für eine Ausweitung der Militäroperation in Beirut im Libanon einhole. „Der schnellste Weg zur Deeskalation und zum Schutz der Zivilbevölkerung auf allen Seiten besteht darin, dass die Hisbollah den Beschuss unverzüglich einstellt“, so der Offizielle.

Titelbild: Israelische Truppen nehmen die mittelalterliche Kreuzfahrerfestung Beaufort im Südlibanon ein. Foto: IDF Spokesperson

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