
Zehn Jahre verborgen – Anklage gegen Hamas-Terrorist im Fall Oron Shaul
JERUSALEM, 03.06.2026 (DR) – Die israelische Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Ibrahim H. erhoben. Der Hamas-Terrorist soll die sterblichen Überreste des gefallenen Soldaten Oron Shaul fast zehn Jahre lang in Gaza versteckt gehalten haben. Sein Geständnis ermöglichte die Bergung der Überreste im Januar 2025.
Anklage gegen Hamas-Terrorist in Beersheba eingereicht
Am Dienstag reichte die Staatsanwaltschaft des Südlichen Distrikts beim Bezirksgericht Beersheba eine Anklageschrift gegen H. ein. Das Hamas-Mitglied war Teil des Schat’i-Bataillons der Hamas, diente früher als Zugführer der Terrororganisation und agierte zuletzt unter der Tarnung eines zivilen Händlers. Die Anklage umfasst eine Reihe schwerer Sicherheitsdelikte.
H. wurde in einer verdeckten Operation festgenommen und anschließend vom Inlandsgeheimdienst Shin Bet und der Polizeieinheit Lahav 433 verhört. Unter intensiver Befragung gab er den genauen Aufenthaltsort des Leichnams preis: ein Laden in einem als Tarnung genutzten Zivilgebäude in Gaza-Stadt.
Geheimoperation bringt Shauls Überreste zurück
Auf Grundlage seiner Aussagen führten der Shin Bet, der israelische Militärgeheimdienst (AMAN) und Spezialeinheiten im Januar 2025 eine geheime Operation in Nordgaza durch und brachten Shauls Überreste kurz vor Inkrafttreten des Waffenstillstands nach Israel zurück. Der junge Soldat war Angehöriger der Golani-Brigade, einer der renommiertesten Infanteriebrigaden Israels.
„Ich stehe unter Schock“, sagte Zehava Shaul, Orons Mutter, nach der Bekanntgabe. „Ich habe zehneinhalb Jahre auf Oron gewartet und ich habe wirklich nicht geglaubt, dass ich diesen Moment erleben würde.“ Premierminister Netanjahu erklärte: „In einer Sonderoperation von Shin Bet und IDF, haben wir die Überreste des Golani-Soldaten Oron Shaul seligen Angedenkens erfolgreich nach Israel zurückgebracht.“
Oron Shaul fiel 2014 in Gaza
Shaul war 20 Jahre alt, als er am 20. Juli 2014 während der „Operation Protective Edge“ mit sechs weiteren Soldaten im Stadtviertel Shejaiya nahe Gaza-Stadt in einem M-113 Schützenpanzer unterwegs war. Hamas-Terroristen warteten in einer Falle auf den Trupp und beschossen das Militärfahrzeug mit einer Kornet-Panzerabwehrrakete. Sieben Insassen kamen bei dem Hinterhalt ums Leben, zwei weitere wurden schwer verletzt. Hamas-Kämpfer entführten Oron Shauls Leichnam. Während die sterblichen Überreste der anderen Soldaten damals geborgen werden konnten, verblieb Shauls Leichnam mehr als ein Jahrzehnt in den Händen der Terrororganisation. Seine Familie kämpfte jahrelang öffentlich für seine Rückkehr. Mit der Anklage gegen H. beginnt nun die juristische Aufarbeitung des Falls.
Titelbild: Stabsfeldwebel Oron Shaul, dessen sterbliche Überreste in einer geheimen Operation aus Gaza geborgen wurden. Foto: Regierung Israels