zurück zu Aktuelles

Slowenien verweigert Israir-Landung – Flug muss nach Kroatien umgeleitet werden

JERUSALEM 04.06.2026 (LS) – Ein Flug der israelischen Fluggesellschaft Israir ist am Mittwoch auf dem Weg von Tel Aviv nach Ljubljana, Slowenien, zur Umkehr gezwungen worden, nachdem die dortigen Behörden keine Landeerlaubnis erteilt hatten. Das Flugzeug landete stattdessen in Zagreb, Kroatien. Israel warnt: Das bleibt nicht ohne Konsequenzen.

Das Flugzeug kreiste über Ljubljana – und durfte nicht landen

Israir-CEO Uri Sirkis erklärte, der für Ljubljana geplante Flug 6H755 habe in Zagreb landen müssen, nachdem die Behörden der slowenischen Hauptstadt die Landung aufgrund ihrer politischen Opposition gegen die israelische Regierung verweigerten. Es kreiste eine Weile über Ljubljana, bevor es schließlich in Kroatien landen konnte. Die zuständigen israelischen Behörden, darunter das Außenministerium und die Zivilluftfahrtbehörde, bemühten sich erfolglos, eine Lösung zu finden, die eine planmäßige Durchführung des Fluges ermöglicht hätte. „Das ist ein eklatanter Verstoß gegen EU-Luftfahrtabkommen“, so Sirkis.

Verkehrsministerin Miri Regev bezeichnete die Entscheidung als „ungültige politische Entscheidung, die israelische Bürger direkt betrifft.“ Sie warnte: „Wer uns über den Luftverkehr boykottieren will, muss verstehen, dass es Konsequenzen haben wird.“ Israel werde „alle verfügbaren Mittel“ einsetzen, um das Problem zu lösen. Israir unterhält drei wöchentliche Direktflüge nach Ljubljana – kein anderer Anbieter bietet eine vergleichbare Direktverbindung an.

Hoffnung auf neue, israelfreundlichere Regierung

Das israelische Außenministerium verurteilte den Vorfall als „völlig inakzeptabel“ und machte deutlich: „Israel hat den slowenischen Behörden klargemacht, dass dies ein völlig inakzeptabler Schritt ist.“ Das Ministerium verwies gleichzeitig auf den bevorstehenden Regierungswechsel in Slowenien: „In Slowenien wird in Kürze eine neue Regierung gebildet, die die scheidende feindliche Regierung ablöst – und Israel erwartet eine deutliche Verbesserung der Beziehungen zwischen den Ländern.“

Unter dem scheidenden Premierminister Robert Golob hatte Slowenien 2024 einen palästinensischen Staat anerkannt und im Jahr darauf die israelischen Minister Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich zu „Personae non gratae“ erklärt. Anschließend erließ das Land ein Reiseverbot gegen Premierminister Benjamin Netanjahu. Außerdem verhängte es ein Waffenembargo gegen Israel und boykottierte den Eurovision Song Contest 2026 in Wien aufgrund von Israels Teilnahme.

Am 22. Mai wählte Slowenien mit Janez Jansa jedoch einen pro-israelischen Premierminister. Er verurteilte Golobs Anerkennung Palästinas als Staat und bezeichnete diese als „illegal“. Jansa hat wiederholt Israels Recht auf Selbstverteidigung bekräftigt: „Israel hat das unbestreitbare Recht, sich gegen die Angriffe der Hamas zu verteidigen. Wir stehen an der Seite Israels.“

Robert Waltl, Direktor des Jüdischen Kulturzentrums in Ljubljana und Vertreter der kleinen jüdischen Gemeinschaft Sloweniens, erklärte gegenüber der Jerusalem Post nach dem Wahlsieg des israelfreundlicheren Jansa: „Ich begegne jeder neuen Regierung mit vorsichtiger Hoffnung und demokratischem Respekt.“ Die Hoffnung ist berechtigt – aber der aktuelle Vorfall zeigt, dass die scheidende Regierung bis zum letzten Tag ihre Agenda durchsetzt.

Titelbild: Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Israir hebt vom Ben-Gurion-Flughafen ab. Foto: Yossi Aloni/Flash90

Weitere News aus dem Heiligen Land