zurück zu Aktuelles

UNIFIL sammelte Geheimdienstinfos über IDF-Soldaten – für die Hisbollah

JERUSALEM, 04.06.2026 (DR) Die israelische Armee (IDF) hat offiziell eingeräumt, dass Kräfte der UN-Friedenstruppe UNIFIL im Südlibanon Geheimdienstinformationen über IDF-Soldaten gesammelt haben. Militärvertreter legten diese Erkenntnisse in einer vertraulichen Sitzung des Auswärtigen- und Verteidigungsausschusses der Knesset offen. Die gesammelten Informationen sollen direkt an die Terrororganisation Hisbollah geflossen sein.

Vorwurf: Informationsfluss direkt zur Hisbollah

Laut den Militärvertretern stellt der Abfluss sensibler Informationen an Terrororganisationen im Libanon eine ernste Bedrohung für das Leben der im Gebiet operierenden IDF-Soldaten dar. Ein ranghoher Offizier des Nordkommandos hatte die Lage bereits in einem Ynet-Interview auf den Punkt gebracht: „Sie dokumentieren IDF-Kräfte — nicht die Grenze und Dinge, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen.“ Und weiter: „Wir verstehen, dass sie keine hilfreiche Kraft sind, sondern eine fremde Kraft, die verdächtige und ungewöhnliche Dinge jenseits ihrer Befugnisse tut.“

Die aktuellen Aussagen vor der Knesset sind keine Einzelmeldung. Bereits im November 2025 berichtete die Jerusalem Post unter Berufung auf den israelischen Armeerundfunk, die IDF befürchte, UNIFIL habe Fotos und Dokumentationen über IDF-Bewegungen an die Hisbollah weitergegeben. Damals wurde zudem ein offizielles UNIFIL-Dokument publik, in dem Israel als „der Feind“ bezeichnet wurde. Ein hochrangiger IDF-Vertreter kommentierte: „Es gibt nichts Gutes an UNIFIL. Je früher sie das Gebiet verlassen, desto besser.“

UNIFIL-Mandat endet — doch Guterres will neue Truppe entsenden

UNIFIL wurde 1978 gegründet und zählt rund 13.000 autorisierte Soldaten, aktuell sind etwa 7.500 Blauhelme aus 47 Ländern im Einsatz. Im August 2025 beschloss der UN-Sicherheitsrat einstimmig, das Mandat letztmalig bis Ende 2026 zu verlängern. Der Abzug soll bis Mitte 2027 abgeschlossen sein.

Doch UN-Generalsekretär António Guterres legte dem Sicherheitsrat dieser Tage vor, UNIFIL durch eine neue Truppe unter anderem Namen zu ersetzen — ein Schritt, den Israel als Umgehung der bereits getroffenen Entscheidung wertet. Israels UN-Botschafter Danny Danon reagierte scharf: „Nach Jahren des vollständigen Versagens bei der Umsetzung der Resolution 1701 [, dem UN-Beschluss von 2006, der die Entwaffnung der Hisbollah südlich des Litani-Flusses vorschreibt,] schlägt die UNO nun vor, eine gescheiterte Truppe durch eine neue unter anderem Namen zu ersetzen. Eine klare Entscheidung wurde getroffen, das UNIFIL-Mandat zum Jahresende zu beenden — es gibt keine Rechtfertigung dafür, sie zu umgehen.“


Titelbild: UN-Friedenstruppen (UNIFIL) und libanesische Militärfahrzeuge patrouillieren im Südlibanon, vom israelischen Grenzgebiet aus gesehen, 8.1.2026. Foto: Ayal Margolin/Flash90

Weitere News aus dem Heiligen Land