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Huwara: Streit um gestohlene Schafe eskaliert – Militär muss Auseinandersetzung zwischen Siedlern und Palästinensern beenden

JERUSALEM 07.06.2026 (LS) – Was als Meldung über gestohlenes Vieh begonnen hatte, endete in gewaltsamen Zusammenstößen in Huwara südlich von Nablus im sogenannten Westjordanland – dem historischen Judäa und Samaria.

Gestohlene Schafe als Auslöser

Der Konflikt brach aus, nachdem Siedler in Pick-ups in der palästinensischen Stadt Huwara eintrafen und erklärten, Schafe seien von einer nahegelegenen Farm gestohlen worden. Sie hätten einen Teil der vermissten Herde anschließend innerhalb des Ortes wiederentdeckt. In der Folge kam es zu gewalttätigen Zusammenstößen.  

Die israelische Armee (IDF) erklärte: „Heute Vormittag (Samstag) wurden Soldaten der IDF und der Grenzpolizei an mehrere Orte im Gebiet von Huwara entsandt, nachdem ein Verdacht auf Diebstahl von Vieh aus dem Besitz israelischer Zivilisten gemeldet worden war. Die Soldaten führten Maßnahmen durch, um die israelischen Zivilisten und das Vieh aus dem Gebiet zu bringen und Konfrontationen zu verhindern.“

„Anschließend trafen mehrere Randalierer in dem Gebiet ein, und es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen israelischen Zivilisten und Palästinensern, bei denen Steine geworfen und Schlagstöcke eingesetzt wurden.“ Dabei wurden Berichten zufolge mehrere Palästinenser verletzt. Außerdem wurden Felder außerhalb von Huwara in Brand gesetzt.

„Die Soldaten griffen ein, um die Menschenansammlungen mit Mitteln zur Auflösung von Ausschreitungen zu zerstreuen. Die Unruhen wurden beendet, und die Sicherheitskräfte bleiben weiterhin in dem Gebiet, um weitere öffentliche Zwischenfälle zu verhindern.“

IDF untersucht Verhalten eines Soldaten

Die IDF erklärte, sie sei sich Videoaufnahmen bewusst, die zeigen, wie ein IDF-Soldat Gewalt gegen einen Palästinenser anwendet.

„Die in dem Video gezeigten Handlungen sind ernst und stimmen nicht mit den Werten der IDF überein. Der Fall wird untersucht. Sollte der Soldat schuldig befunden werden, werden gegen ihn disziplinarische Schritte eingeleitet und entsprechend den Ermittlungsergebnissen dienstrechtliche und disziplinarische Maßnahmen ergriffen.“ Die Polizei der Region Sha’a hat ebenfalls eine Untersuchung eingeleitet und entsandte Polizeibeamte nach Huwara, um Beweise zu sammeln

Huwara – wiederholt in den Schlagzeilen

Huwara war bereits in der Vergangenheit in den Schlagzeilen. Im Februar 2023 tötete ein Hamas-Terrorist zwei jüdische Brüder auf der Durchfahrtsstraße durch den Ort – Hillel und Yagel Yaniv, 21 und 19 Jahre alt. Im Oktober 2023 kam es in Huwara zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen randalierenden Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften. Jüdische Bewohner der Gegend sind häufig Opfer von Viehdiebstahl, Brandstiftung und Sachbeschädigung ihrer landwirtschaftlichern Betriebe. Doch eigenmächtige Racheaktionen und Selbstjustiz sind inakzeptabel und heizen die Situation nur weiter auf. Zudem haben sie den Effekt, dass die Aktionen einzelner extremistischer Siedler weit mehr Beachtung und Kritik finden, als regelmäßige palästinensische Übergriffe.

Das Militär erklärte, es „verurteile aufs Schärfste jede Art von Gewalt, die die Sicherheit in der Region beeinträchtigt und die Aufmerksamkeit von Kommandanten und Soldaten von Verteidigungsaufgaben und Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung ablenkt“. Die Polizei erklärte, sie „betrachte solche Fälle von Gewalt und Sachbeschädigung mit großer Strenge und werde weiterhin entschlossen und professionell vorgehen, um die Beteiligten aufzuspüren, gegen sie zu ermitteln und sie entsprechend vor Gericht zu stellen“.

Titelbild: Feuerwehrleute löschen am 6. Juni 2026 ein Feuer nach mutmasslicher Brandstiftung auf landwirtschaftlichen Feldern in der Nähe der Stadt Huwara. Foto: Nasser Ishtayeh/Flash90

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