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Türkischer Minister spricht von Jerusalems „Befreiung“ – Israel reagiert scharf

JERUSALEM, 09.06.2026 (NH) – Der türkische Innenminister Mustafa Çiftçi hat mit Äußerungen über eine mögliche Rückkehr Jerusalems unter türkische Kontrolle diplomatische Spannungen ausgelöst. Auf einer Konferenz der Regierungspartei AKP in der Provinz Çorum erklärte der 56-Jährige am Samstag, er glaube fest daran, Jerusalem werde eines Tages wieder unter der Souveränität und Autorität der Türkei stehen. Israel reagierte umgehend, verwies auf die 3.000-jährige jüdische Geschichte der Stadt und erteilte neo-osmanischen Machtansprüchen eine klare Absage.

Gefährliche Rhetorik und religiöse Sehnsüchte

In seiner Rede zog Çiftçi Parallelen zu regionalen Konflikten und erklärte, so wie man die „Befreiung“ von Damaskus, Aleppo und Bergkarabach erlebt habe, werde man mit Gottes Hilfe auch die „Befreiung“ Jerusalems erleben. Der Minister, der erst im Februar in sein Amt berufen wurde, sprach zudem über seinen langjährigen Wunsch, eines Tages als Gouverneur von Jerusalem zu dienen. Während seiner Zeit als Gouverneur habe er Gott gebeten, ihn „wenn auch nur für einen einzigen Tag“ zum Gouverneur Jerusalems zu machen, erklärte Çiftçi. Diese Vorstellung verknüpfte er direkt mit der Führung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, den er als „Weltführer“ bezeichnete.

Die israelische Regierung reagierte mit scharfer Kritik auf die Äußerungen. Das Außenministerium forderte den türkischen Minister auf, „aufzuwachen und den Kaffee zu riechen“. In einer offiziellen Erklärung hieß es zudem, das „korrupte Osmanische Reich“ sei für immer untergegangen, während Jerusalem auf ewig die Hauptstadt Israels bleiben werde.

„Jerusalem ist nicht Konstantinopel“

Besonders deutlich äußerte sich Verteidigungsminister Israel Katz mit der Klarstellung: „Jerusalem ist nicht Konstantinopel“. „Jerusalem ist seit 3.000 Jahren die Hauptstadt des jüdischen Volkes und wird es für immer bleiben“, erklärte er. Zugleich betonte Katz, Israel sei ein starker und entschlossener Staat, der sich gegen jede Bedrohung verteidigen könne. Darüber hinaus warf er der türkischen Führung vor, das Erbe von Mustafa Kemal Atatürk zu verraten und die Türkei stattdessen in eine „dunkle Ära der Rückständigkeit“ zurückzuführen.

Die jüngste rhetorische Eskalation fügt sich in die seit Jahren angespannten Beziehungen zwischen Israel und der Türkei ein. Besonders seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 haben sich die bilateralen Beziehungen weiter verschlechtert. Israel wirft Präsident Erdoğan seitdem wiederholt eine zunehmend israelfeindliche Haltung vor.

Titelbild: Screenshot der Rede von Mustafa Çiftçi auf X, in der er die „Freiheit“ von Damaskus, Aleppo, Bergkarabach und Jerusalem thematisiert und damit für Furore sorgt. Foto: X-Mustafa ÇİFTÇİ

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