
Schakale mit Tollwut-Verdacht überfallen Camper am See Genezareth – Mädchen im Gesicht verletzt
JERUSALEM 14.06.2026 (LS) – Ein Rudel Schakale hat am Duga-Strand des See Genezareth elf Camper überfallen und gebissen – darunter ein zwölfjähriges Mädchen, dessen Gesicht schwer verletzt wurde. Behörden befürchten, dass mindestens eines der Tiere mit Tollwut infiziert ist.
Aus dem Schlaf gerissen – fünf Schakale im Zeltlager
Der Notruf ging um 2:52 Uhr in der Nacht zum Samstag beim Notdienst Magen David Adom ein. Mehrere Familien hatten in gemieteten Glamping-Zelten am Duga-Strand übernachtet, als die Tiere eindrangen. Die zwölfjährige Alice weckte ihre Mutter Elena durch Schreie. „Ich machte sofort das Licht an, und ihr ganzes Gesicht war voller Blut. Ich hatte furchtbare Angst“, schilderte Elena gegenüber israelischen Medien. „Das Tier, das sie biss, war groß – wirklich riesig. Es hieß, am Strand seien fünf Schakale gewesen, und viele Menschen seien bereits von ihnen verletzt worden. Leider waren die Verletzungen meiner Tochter am schwersten. Andere hatten leichte Bisse am Bein davongetragen, doch ihr Gesicht war schwer verletzt.”
Mehrere Verletzte, darunter Alice, wurden ins Tzafon Medical Center (Poriya) bei Tiberias gebracht, behandelt, gegen Tollwut geimpft und wieder entlassen. Zwei weitere Personen wurden vor Ort versorgt. Insgesamt waren laut Krankenhausangaben drei Minderjährige unter den Verletzten. Am Sonntagmorgen wurden zwei weitere Schakalangriffe am selben Strand gemeldet.
Alice musste genäht werden und erhielt vier Spritzen sowie drei Stiche im Gesicht. Ihre Großmutter berichtete, das Mädchen werde in einem Monat ihre Bat Mizwa feiern und stehe kurz vor ihrer Schulabschlussfeier – nun mit Verletzungen im Gesicht, die noch kosmetisch behandelt werden müssten. „Was als Familienausflug gedacht war, wurde zu einem Albtraum wie in einem Horrorfilm“, berichtete die Großmutter. „Wer hätte gedacht, dass ein Rudel Schakale Menschen während eines Urlaubs am See Genezareth angreift?“
Tollwut-Ausbruch im Norden – Behörden fordern Maßnahmen
Experten warnten gegenüber dem Nachrichtenportal Walla, ein derart aggressives Verhalten wild lebender Tiere sei unnatürlich und deute mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Tollwutinfektion hin. Der Vorfall ereignet sich inmitten einer massiven Ausbreitung von Tollwut unter Tieren im Norden Israels, die das Gesundheitsministerium seit Anfang 2026 registriert. In diesem Jahr gab es bereits 66 Fälle von Tollwut. Davon handelte es sich in 37 Fällen um Hunde, gefolgt von Schakalen mit 19 Fällen.
Der Verband der See-Genezareth-Anrainerstädte erklärte, man nehme den Vorfall sehr ernst und fordere verstärkte Kontrollen sowie ein besseres Management der Schakalpopulation in der Region während der Sommersaison. Die Israelische Natur- und Parkbehörde wurde ebenfalls eingeschaltet.
Behörden erinnern in diesem Zusammenhang an die grundlegenden Verhaltensregeln: Bei jedem Biss, Kratzer oder Kontakt mit einem unbekannten Tier sollte die betroffene Stelle gründlich mit Wasser und Seife gereinigt und umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Haustierhalter sind gesetzlich verpflichtet, ihre Tiere gegen Tollwut impfen zu lassen.
Titelbild: Schakale in Israel. Foto: Tomer Neuberg/Flash90