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Israels Wahlen 2026 im Visier – Staatskontrolleur warnt vor iranischer Cyberkampagne

JERUSALEM, 08.07.2026 (NH) – Israel steht auch im digitalen Raum vor einer wachsenden Bedrohung. Ein Bericht des scheidenden Staatskontrolleurs Matanyahu Englman warnt, das Land sei nicht ausreichend darauf vorbereitet, systematische Manipulationsversuche des iranischen Regimes und seiner Stellvertreter in sozialen Medien abzuwehren. Mit Blick auf die Wahlen 2026 sei die digitale Arena zu einem zentralen Schlachtfeld für die Stabilität der israelischen Demokratie geworden.

Irans digitale Einflussnahme

Nach dem Bericht nutzen feindliche Akteure, allen voran der Iran, soziale Netzwerke, um gesellschaftliche Spannungen zu verschärfen, Panik zu schüren und die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Genannt wird unter anderem das Netzwerk „ISNAD“, das über Hunderte gefälschter X-Profile Tausende Beiträge verbreitete, um einen Waffenstillstand zu fördern, der nach israelischer Einschätzung den Interessen der Hamas gedient hätte.

Im September 2024 wurden zudem schätzungsweise fünf Millionen gefälschte SMS-Warnungen an israelische Bürger verschickt. Sie forderten die Empfänger fälschlicherweise auf, sofort Schutzräume aufzusuchen – ein Versuch, landesweit Panik auszulösen.

Fehlende Strategie

Obwohl die Gefahr ausländischer Einflussnahme seit 2017 bekannt sei, fehle weiterhin eine koordinierte nationale Strategie, kritisiert Englman. Ein Aktionsplan der Israelischen Nationalen Cyberdirektion aus dem August 2024 sei vom Büro des Premierministers monatelang nicht geprüft worden. Nach der Auflösung des Geheimdienstministeriums seien zudem wichtige Zuständigkeiten ungeklärt geblieben. Auch die Richtlinien des Justizministeriums zum Schutz von Wahlen vor Bots und gefälschten Konten seien seit 2019 nicht mehr aktualisiert worden – trotz der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz. Da sich inzwischen rund 58 Prozent der Israelis über soziale Medien informieren, stelle dies eine erhebliche Schwachstelle für die nationale Sicherheit dar.

Schutz der Demokratie

Die Wahlen 2026 böten einen „fruchtbaren Boden“ für böswillige Einflussoperationen. KI-gestützte Deepfakes und gefälschte Identitäten könnten innerhalb weniger Sekunden Falschinformationen verbreiten und das Vertrauen in demokratische Prozesse untergraben. Englman fordert deshalb eine zentrale Koordinierungsstelle, eine stärkere Überwachung feindlicher Einflussoperationen durch den Inlandsgeheimdienst Shin Bet sowie verbindliche Lehrpläne zur Förderung der Medienkompetenz. Die Regierung müsse nun handeln, um den demokratischen Prozess und die Souveränität Israels vor ausländischer Einmischung zu schützen.

Titelbild: Gaby Portnoy, Generaldirektor der Israelischen Nationalen Cyberdirektion, während der jährlichen Cyber Week an der Universität Tel Aviv. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90

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