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Netanjahu im Exklusiv-Interview – „Die Last der Verantwortung und das Ende der Ajatollahs“

JERUSALEM, 12.05.2026 (NH) – In einem richtungsweisenden Interview mit dem US-Nachrichtenmagazin „60 Minutes“ hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Einblicke in seine Sicht auf die nationale Sicherheit und die Zukunft des Nahen Ostens gegeben. Das Gespräch, das im Haus seines Unterstützers Simon Falic in Jerusalem aufgezeichnet wurde, markiert einen wichtigen Moment in der internationalen Kommunikation Israels. Netanjahu nutzte die Plattform, um die schmerzhaften Lehren aus der Vergangenheit anzusprechen und eine entschlossene Vision für den Kampf gegen die „Achse des Bösen“ zu formulieren.

Hintergrund: Was ist „60 Minutes“?

„60 Minutes“ gilt als Flaggschiff des investigativen Journalismus in den USA und wird seit 1968 vom Sender CBS ausgestrahlt. Die Sendung zählt zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Nachrichtenformaten der Fernsehgeschichte. Bekannt für tiefgehende Porträts und harte Interviews mit Staats- und Regierungschefs, erreicht sie ein Millionenpublikum weit über die Vereinigten Staaten hinaus. Diese Plattform wählte nun auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, um die israelische Position direkt an das amerikanische Publikum und die internationale Öffentlichkeit zu vermitteln, insbesondere in einer Zeit, in der er den „Propagandakrieg“ in sozialen Medien als eine der größten Herausforderungen bezeichnet.

Verantwortung für den 7. Oktober – geteilte Last

Auf die zentrale Frage nach seiner persönlichen Verantwortung für die Versäumnisse, die das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 ermöglichten, antwortete Netanjahu differenziert. Jeder Beteiligte trage eine gewisse Verantwortung, „von der Spitze – vom Premierminister abwärts“. Zugleich betonte er, eine umfassende Untersuchung solle erst nach dem Ende der intensiven Kampfhandlungen durch eine unabhängige und überparteiliche Kommission erfolgen, vergleichbar mit der Untersuchung der USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

Netanjahu erklärte weiter, seine wichtigste Aufgabe seit dem Angriff bestehe darin, Israel aus der „Todesumklammer“ zu befreien, die der Iran mithilfe seiner Stellvertreterorganisationen, sogenannte „Proxies“, geschaffen habe. Israel gehe systematisch an sieben Fronten gegen den Terror vor. Dabei verteidigte er das Vorgehen der israelischen Streitkräfte und betonte, Israel unternehme außergewöhnliche Anstrengungen, um zivile Opfer zu vermeiden, entgegen der Hamas, die die eigene Bevölkerung als menschliche Schutzschilde missbraucht.

Ajatollahregime am Abgrund

Ein Schwerpunkt des Interviews war die Bedrohung durch das iranische Regime. Netanjahu bezeichnete die Führung in Teheran als so schwach wie nie zuvor seit der Islamischen Revolution von 1979. Ein Sturz der Ajatollahs sei zwar nicht garantiert, aber „absolut möglich“, so Netanjahu. Dabei zog er einen vielbeachteten Vergleich: Der Zusammenbruch eines solchen Systems entwickle sich zunächst langsam und erfolge dann plötzlich, „wie ein Bankrott“. Für die Sicherheit der Welt sei es entscheidend, dass der Iran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelange. Er bekräftigte, Israel sei bereit, notfalls direkt gegen angereichertes Uran vorzugehen: „Man geht rein und holt es raus.“

Netanjahu zeigte sich überzeugt, dass das Ende der Mullahs zugleich das Ende der Bedrohung durch Hamas, Hisbollah und die Huthi-Rebellen bedeuten würde, da der Iran das „Gerüst“ sei, das diese Gruppen stütze. Zur Führung in Teheran erklärte Netanjahu, Mojtaba Chamenei sei nach seiner Einschätzung am Leben, verfüge jedoch nicht über die Autorität seines Vaters.

Titelbild: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu spricht während einer Pressekonferenz in Jerusalem am 19. März 2026. Foto: Shalev Shalom/POOL

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