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Nach Hamas-Angriff auf UNO-Hilfszentrum: Kritik richtet sich gegen Israel

JERUSALEM, 14.07.2026 (DR) – Nach einem gewaltsamen Überfall auf einen UNO-Verteilpunkt im nördlichen Gazastreifen blieb die Hamas in der Reaktion der Vereinten Nationen ungenannt. Ein hochrangiger UNO-Vertreter rückte stattdessen Israel in den Mittelpunkt seiner Kritik.

Hamas-Terroristen waren am Samstag in den Lebensmittelverteilpunkt Abu Rashid in Dschabalia eingedrungen. Dort griffen sie zwei Fahrer an, die humanitäre Hilfsgüter anlieferten. Die Einrichtung und das dazugehörige Lager werden vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) betrieben.

Nach dem Eindringen der Bewaffneten mussten die Mitarbeiter die Lebensmittelverteilung einstellen. Der Angriff gefährdete damit nicht nur das Personal, sondern unterbrach auch unmittelbar die Versorgung der Bevölkerung.

Hamas bleibt in UNO-Erklärung ungenannt

Ramiz Alakbarov, stellvertretender UNO-Sonderkoordinator für den Nahost-Friedensprozess, verurteilte den Überfall. Die Täter bezeichnete er jedoch lediglich als bewaffnete Kräfte, die mit den „De-facto-Behörden“ im Gazastreifen verbunden seien. Den Namen Hamas erwähnte er nicht.

Alakbarov räumte zugleich ein, es handle sich nicht um einen Einzelfall. Er sprach von einem gefährlichen Muster aus Einschüchterung, Gewalt und Behinderung humanitärer Einsätze. Dazu zählten Schmuggelversuche sowie Angriffe auf Mitarbeiter und Einrichtungen von Hilfsorganisationen.

Obwohl seine Erklärung auf einen Überfall der Hamas folgte, verlagerte Alakbarov den Fokus anschließend auf Israel. Die Ausweitung der von Israel kontrollierten Gebiete stelle eine große Gefahr für die humanitäre Versorgung dar. Auf die Verantwortung der Hamas für den unmittelbaren Angriff ging er dabei nicht weiter ein.

COGAT: Hamas verhindert Verteilung der Hilfsgüter

Die israelische Koordinierungsbehörde für Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) verurteilte den Angriff als Teil eines Musters der Einschüchterung durch die Hamas.

Der Vorfall sei ein weiterer klarer Beleg dafür, dass die Terrororganisation humanitäre Einrichtungen und Hilfsgüter für eigene Zwecke missbrauche. COGAT betonte, dass humanitäre Hilfe weiterhin in den Gazastreifen gelange.

„Die Fakten sind klar: Humanitäre Hilfe kommt in den Gazastreifen“, erklärte die Behörde. Die Hamas untergrabe jedoch die Verteilungsmechanismen, beschlagnahme Hilfsgüter und verhindere, dass diese die Zivilbevölkerung erreichen.

Titelbild: Humanitäre Hilfsgüter gelangen über den Grenzübergang Rafah bei Chan Junis in den Gazastreifen, 16. März 2026. Symbolbild. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

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