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Hamas wählt Khalil al-Hayya zum neuen Anführer

JERUSALEM, 21.07.2026 (DR) – Die Hamas hat Khalil al-Hayya zum neuen Vorsitzenden ihres Politbüros gewählt. Der langjährige Funktionär setzte sich bei der internen Abstimmung gegen den früheren Hamas-Chef Chalid Maschal durch. Al-Hayya leitete während des Gaza-Krieges die Hamas-Delegation bei den indirekten Verhandlungen mit Israel.

Er folgt auf Yahya Sinwar, der im Oktober 2024 von israelischen Soldaten im Gazastreifen getötet wurde. Anschließend übernahm ein fünfköpfiger Übergangsrat die Führung der Terrororganisation. Ihm gehörten sowohl al-Hayya als auch Maschal an.

Wahl von Sinwars Nachfolger mehrfach verschoben

Wegen des Krieges wurde die Wahl eines neuen Gesamtführers mehrfach verschoben. Al-Hayya übernahm währenddessen bereits wichtige Aufgaben.

Ein Hamas-Funktionär erklärte gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP, al-Hayya sei mit überwältigender Mehrheit gewählt worden. Konkrete Ergebnisse veröffentlichte die Organisation nicht. Die Wahl traf der rund 50-köpfige Schura-Rat, das höchste interne Entscheidungsgremium der Hamas.

Langjähriger Funktionär mit engen Beziehungen zum Iran

Al-Hayya wurde 1960 im Gazastreifen geboren und gehört der Hamas seit ihrer Gründung 1987 an. Er lebt in Doha (Katar) und unterhält enge Beziehungen zum iranischen Regime.

Im September 2025 überlebte er einen israelischen Angriff auf die Hamas-Führung in Doha. Einer seiner Söhne wurde dabei getötet.

Wie al-Hayya den 7. Oktober bewertet

Nach Angaben des Hamas-nahen Palestinian Information Center erklärte al-Hayya, der Überfall vom 7. Oktober 2023 sei ursprünglich als begrenzte Operation geplant gewesen. Hamas-Kämpfer hätten einige israelische Soldaten gefangen nehmen und gegen palästinensische Häftlinge austauschen sollen.

In einem im November 2023 veröffentlichten Interview erklärte al-Hayya, der Angriff habe die palästinensische Frage wieder auf die internationale Tagesordnung gebracht. Der Hamas sei es nicht darum gegangen, die Lebensbedingungen im Gazastreifen zu verbessern oder das Gebiet mit Wasser und Strom zu versorgen. Vielmehr habe der Überfall die bestehenden Verhältnisse grundlegend verändern sollen.

Bedingtes Angebot einer Waffenruhe

Im April 2024 stellte al-Hayya gegenüber der Nachrichtenagentur AP eine mindestens fünfjährige Waffenruhe in Aussicht. Die Hamas könne ihre Waffen niederlegen und sich in eine politische Partei umwandeln, falls ein palästinensischer Staat in den Grenzen vor 1967 entstehe.

Ob dies eine dauerhafte Anerkennung Israels oder lediglich einen Zwischenschritt bedeuten würde, ließ er offen. Das politische Programm der Hamas hält weiterhin am Anspruch auf das gesamte Gebiet zwischen Jordan und Mittelmeer fest.

Titelbild: Khalil al-Hayya während der Beerdigung von Ismail Haniyeh in Teheran, 01.08.2024. Bild: Khamenei.ir, CC BY 4.0/Wikimedia Commons

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