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Hamas-Dokumente: 7. Oktober sollte Israel-Saudi-Annäherung verhindern

JERUSALEM, 16.06.2026 (DR) – Die Hamas wollte laut internen Unterlagen mit dem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 auch die Annäherung zwischen Israel und Saudi-Arabien sabotieren. Die Unterlagen stammen nach israelischen Angaben aus dem Gazastreifen. Sie wurden vom Meir-Amit-Institut ausgewertet und vom israelischen Sender Kan aufgegriffen.

Die Unterlagen zeigen, dass die Hamas eine mögliche Normalisierung zwischen Jerusalem und Riad als Gefahr für ihre eigenen Ziele sah. Eine Einigung mit Saudi-Arabien hätte Israels regionale Stellung deutlich gestärkt. Genau diesen Prozess wollte die Terrororganisation torpedieren.

Hamas plante gegen Normalisierung

Bereits im Februar 2022 beschloss die Hamas-Führung im Gazastreifen laut den Unterlagen, eine eigene Abteilung einzurichten, um regionale Normalisierungsprozesse zu bekämpfen. Ihr Auftrag war es demnach, Maßnahmen gegen eine Annäherung Israels an arabische Staaten zu koordinieren und die Lage im Gazastreifen, in Judäa und Samaria sowie in Jerusalem gezielt zu verschärfen. Ziel war es, die Normalisierung mit Saudi-Arabien zu verhindern.

Als Vorbild nannte die Terrororganisation offenbar die Zweite Intifada. Diese habe aus ihrer Sicht frühere Normalisierungsbemühungen und das Oslo-Abkommen scheitern lassen.

Im Jahr 2023 kam die Hamas laut den Unterlagen zu dem Schluss, dass ihre bisherigen Schritte nicht ausreichten. Ende September legte der damalige Hamas-Chef im Gazastreifen, Yahya Sinwar, ein Papier zur Normalisierung zwischen Saudi-Arabien und Israel vor. Er erklärte dem Bericht zufolge, die Hamas sei kein unbedeutender Akteur. Ihr „Widerstand“ könne Pläne durchkreuzen.

Entscheidung kurz vor dem Angriff

Am 2. Oktober 2023, fünf Tage vor dem Massaker, traf sich die Hamas-Führung erneut. Sinwar bezeichnete die Normalisierung mit Saudi-Arabien dort als regionale Bedrohung. Nach seiner Einschätzung gebe es keinen Ausweg außer einer „außergewöhnlichen Aktion“ der Hamas und ihrer Partner in der sogenannten „Achse des Widerstands“. Damit waren der Iran und seine regionalen Verbündeten gemeint.

Bei diesem Treffen entschied die Hamas-Führung laut Bericht, den Überraschungsangriff auf Israel voranzutreiben.

Am Morgen des 7. Oktober 2023 drangen tausende Hamas-geführte Terroristen nach Israel ein. Sie ermordeten rund 1.200 Menschen, die meisten davon Zivilisten, und verschleppten 251 Geiseln in den Gazastreifen.

Die Normalisierung zwischen Israel und Saudi-Arabien kam seitdem nicht zustande. Die Dokumente zeigen nicht den einzigen Grund für das Massaker. Sie machen aber deutlich: Die Hamas wollte Israels regionale Einbindung mit Gewalt sabotieren.

Titelbild: Der ehemalige hochrangige Hamas-Führer, Yahya Sinwar, spricht während einer Konferenz in Gaza-Stadt 04.11.2019. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

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