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Umfrage: Gleichstand zwischen Likud und Eisenkots neuer Partei – Opposition hätte derzeit Mehrheit

von Alon David

JERUSALEM, 07.08.2026 – Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag des israelischen Senders Kan 11 zeigt ein spannendes Bild der politischen Stimmung in Israel. Wären heute Knessetwahlen, kämen sowohl der Likud von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als auch die neue Partei Yeshar unter Führung des ehemaligen Generalstabschefs Gadi Eisenkot auf jeweils 23 Sitze und wären damit gemeinsam stärkste Kraft im Parlament.

Damit würde Eisenkots neue Partei bereits kurz nach ihrer Gründung auf Augenhöhe mit dem Likud liegen. Gleichzeitig bliebe die politische Landschaft stark zersplittert.

Quelle: Kantar Israel / Kan 11 (02.08.2026) – Grafik: OpenAI
Regierungsblock verfehlt Mehrheit

Der Bericht weist für den Netanjahu-Block 52 Mandate aus. Damit würde das bisherige Regierungsbündnis die für eine Mehrheit erforderlichen 61 Sitze deutlich verfehlen. 

Der Bericht selbst nimmt keine offizielle Einteilung der übrigen Parteien in einen gemeinsamen Oppositionsblock vor. Außerhalb des Netanjahu-Blocks entfallen rechnerisch 68 Mandate auf andere Parteien. Welche Koalitionen daraus tatsächlich entstehen könnten, hängt von möglichen Bündnissen nach einer Wahl ab.

Netanjahu bleibt bei Direktvergleichen vorn
Quelle: Kantar Israel / Kan 11 (02.08.2026) – Grafik: OpenAI

Trotz der schwierigen Mehrheitsverhältnisse führt Benjamin Netanjahu in allen direkten Vergleichen um das Amt des Ministerpräsidenten. Im direkten Duell mit Naftali Bennett sprechen sich 40 Prozent der Befragten für Netanjahu aus. Bennett erreicht 31 Prozent, während 29 Prozent keinen der beiden Kandidaten bevorzugen.

Auch im Vergleich mit Gadi Eisenkot liegt Netanjahu vorne. 40 Prozent halten den amtierenden Ministerpräsidenten für den geeigneteren Regierungschef, 36 Prozent sprechen sich für Eisenkot aus. 24 Prozent entscheiden sich für keinen der beiden.

Beim direkten Vergleich zwischen Bennett und Eisenkot erreicht Eisenkot 37 Prozent, Bennett lediglich 15 Prozent. Auffällig ist jedoch, dass 48 Prozent der Befragten keinen der beiden Kandidaten als geeignet ansehen.

Politische Lage bleibt offen

Die Umfrage verdeutlicht, dass Israel weiterhin vor einer offenen politischen Ausgangslage steht. Zwar bleibt Benjamin Netanjahu bei der persönlichen Eignung für das Amt des Ministerpräsidenten der stärkste Einzelkandidat. Gleichzeitig zeigt die Mandatsverteilung, dass sein bisheriger Regierungsblock derzeit keine parlamentarische Mehrheit erreichen würde.

Mit dem Gleichstand zwischen Likud und Eisenkots neuer Partei sowie mehreren mittelgroßen Parteien, die bei möglichen Koalitionsverhandlungen eine entscheidende Rolle spielen könnten, dürfte die politische Entwicklung bis zur nächsten Knessetwahl spannend bleiben.

Quelle der Umfragedaten: Kantar Israel im Auftrag von Kan 11. Erhebung vom 02.08.2026. Repräsentative Befragung von 551 Wahlberechtigten in Israel. Fehlertoleranz: ±4,1 %.

Titelbild: Der frühere Armeechef Gadi Eisenkot (66) gilt als chancenreichster Herausforderer von Regierungschef Netanjahu (76). Eisenkot stammt aus Eilat und gilt als ausgesprochen volksnah, handfest und geerdet. Foto: Tsafrir Abayov/Flash90

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