
Palästinensischer Terrorist soll mit geschmuggeltem Sperma Zwillinge gezeugt haben
JERUSALEM, 25.08.2026 (DR) – Die Ehefrau eines in Israel inhaftierten palästinensischen Terroristen hat in Kalkilia Zwillinge zur Welt gebracht. Nach Angaben der Familie stammen der Junge und das Mädchen von Basel A. Er verbüßt wegen seiner Beteiligung am Mord an Israels Tourismusminister Rechavʿam Zeʾevi eine lebenslange Haftstrafe plus 20 Jahre.
Die Vaterschaft ist nicht unabhängig bestätigt. Sanabel al-Ra’i erklärte, Sperma ihres Mannes sei aus dem Nafha-Gefängnis geschmuggelt und für eine künstliche Befruchtung genutzt worden. Ein Verwandter berichtete palästinensischen Medien, für die Schwangerschaft seien mehrere Befruchtungsversuche nötig gewesen.
A. war Mitglied der Terrororganisation Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP). Er beteiligte sich am 17. Oktober 2001 an der Ermordung Zeʾevis in einem Jerusalemer Hotel. Nach Angaben aus dem israelischen Verfahren sicherte A. die Tat als zweiter bewaffneter Angreifer ab. Er sollte auf mögliche Personenschützer schießen, während ein Komplize die tödlichen Schüsse auf Zeʾevi abgab. Ein israelisches Gericht verurteilte A. wegen Mordes, versuchten Mordes und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation.
Nachwuchs gilt als Sieg über die Haft
Palästinensische Sicherheitsgefangene erhalten keine ehelichen Besuche. Familien und Kliniken berichten deshalb seit Jahren von herausgeschmuggelten Samenproben. Nach palästinensischen Angaben sollen auf diese Weise seit 2012 mehr als 100 Kinder geboren worden sein. Eine unabhängig überprüfte Gesamtstatistik gibt es nicht.
In weiten Teilen der palästinensischen Öffentlichkeit gelten in Israel inhaftierte Terroristen als nationale Kämpfer. Al-Ra’i erklärte nach der Geburt, sie habe „das Gefängnis besiegt“. Hamas-nahe Medien feiern den Fall als Beweis, dass eine lange Haftstrafe die Familiengründung nicht verhindern kann. Für Israel stellt der Vorgang dagegen die Gefängniskontrollen auf die Probe. Die Behörden wollen verhindern, dass Sicherheitsgefangene trotz der Kontaktbeschränkungen Material aus dem Gefängnis nach außen gelangen lassen.
Widerspruch zum Zeitpunkt des Schmuggels
Nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 verschärfte Israel die Kontaktbestimmungen für palästinensische Sicherheitsgefangene. Die Familie gab inzwischen an, die Samenprobe sei vor etwa zwei Jahren herausgeschmuggelt und anschließend eingefroren worden. Damit wäre der Schmuggel nach der Verschärfung erfolgt.
Ein israelischer Sicherheitsvertreter widersprach: Die Übergabe habe noch vor Inkrafttreten der strengeren Regeln stattgefunden. Welche Darstellung zutrifft, bleibt offen.
Titelbild: Das Ganot-Gefängnis, auch als Nafha-Gefängnis bekannt, im Süden Israels, 29.10.2024. Aus dieser Haftanstalt soll die Samenprobe von Basel A. herausgeschmuggelt worden sein. Foto: Chaim Goldberg/Flash90