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Scharfe Töne aus Istanbul – Hakan Fidan verschärft Angriffe auf Israel

JERUSALEM, 01.09.2026 (NH) – Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat bei einem Treffen des strategischen Ausschusses des neu gegründeten „Mekka-Verteidigungsbündnisses“ in Istanbul den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu scharf angegriffen. Fidan bezeichnete Netanjahu als „Mörder“ und warf ihm vor, ein „gemeinsamer Feind der Sicherheit, Menschheit und internationalen Gemeinschaft“ zu sein. Zugleich forderte er die internationale Gemeinschaft auf, gegen die von ihm beschworene „Netanjahu-Bedrohung“ vorzugehen. Das Bündnis zwischen der Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan war am 7. August 2026 in Mekka vereinbart worden. Ankara stellt die Kooperation als rein defensiv und als Ergänzung zur NATO dar. Die jüngsten Äußerungen Fidans zeigen jedoch, dass das Bündnis auch eine politische Plattform für die Auseinandersetzung mit Israel werden könnte.

Hakan Fidan und seine lange Konfrontation mit Israel

Fidans harte Haltung gegenüber Israel ist nicht neu. Der 1968 geborene Politiker leitete von 2010 bis 2023 den türkischen Geheimdienst MİT, bevor er im Juni 2023 Außenminister wurde. In Ankara gilt er zudem als möglicher Nachfolger von Präsident Recep Tayyip Erdoğan.

Während seiner Zeit an der Spitze des Geheimdienstes näherte sich die Türkei nach Berichten stärker dem Iran an. Fidan pflegte Kontakte zum Umfeld des iranischen Al-Quds-Kommandeurs Qasem Soleimani. Medienberichte warfen der Türkei zudem vor, einen israelischen Spionagering gegenüber Teheran enttarnt zu haben. Auch als Außenminister setzte Fidan seine scharfe Rhetorik gegen Israel fort. Im Oktober 2023 bezeichnete er Unterstützer Israels als „Komplizen von Verbrechen“. Im Januar 2026 warf er dem Mossad vor, Proteste im Iran beeinflusst zu haben. Wenige Monate später, im Juli 2026, erklärte er schließlich, Israel sei zu einer „Last geworden, die die Menschheit nicht mehr tragen kann“. Israels Staatspräsident Isaac Herzog wies diese Äußerungen als antisemitisch zurück. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul bezeichnete Fidans Aussagen als „völlig unangemessen“.

Wladimir Putin empfing 2025 den türkischen Außenminister Hakan Fidan im Kreml.
Hakan Fidan im Kreml: Mit scharfer anti-israelischer Rhetorik positioniert sich der türkische Außenminister gegen Israel. Foto: President of Russia/Kremlin.ru über Wikimedia Commons
Sa’ar wirft Ankara Doppelmoral vor

Israels Außenminister Gideon Sa’ar reagierte ebenfalls scharf auf Fidans jüngste Angriffe. Auf der Plattform X warf er dem türkischen Außenminister vor, im Auftrag Erdoğans „Lügen und Blutanklagen gegen Israel“ zu verbreiten. Sa’ar verwies zugleich auf die türkischen Beziehungen zur Hamas. Die Türkei bietet führenden Vertretern der Terrororganisation nach israelischer Darstellung politischen Rückhalt und ein Umfeld für ihre Aktivitäten. Ankara weist Vorwürfe zurück, die Türkei unterstütze Terrorismus. Der israelische Außenminister kritisierte zudem die türkische Politik gegenüber den Nachbarstaaten und der eigenen Opposition. Er verwies auf das Vorgehen Ankaras in Syrien und im Irak sowie auf die Verfolgung von Oppositionellen, Journalisten und Richtern in der Türkei. Bereits im Juli hatte Sa’ar Fidans Äußerungen als „Lehrbuch-Aufhetzung zum Völkermord“ bezeichnet.

Die Auseinandersetzung verdeutlicht die wachsende politische Distanz zwischen Ankara und Jerusalem. Während die Türkei ihre regionale Rolle ausbauen will, setzt die Regierung Erdoğan weiterhin auf eine scharf israelkritische Außenpolitik. Das neue Bündnis mit Saudi-Arabien und Pakistan könnte Ankara dabei zusätzliche diplomatische Möglichkeiten eröffnen.

Titelbild: Türkische Helfer räumen in Khan Yunis Trümmer – Teil von Ankaras wachsendem Einflussstreben im Nahen Osten. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

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