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Terroristen scherzten während des 7. Oktober über Angriff und Zerstörung

JERUSALEM 17.09.2026 (LS) – Während der Invasion der Hamas am 7. Oktober 2023 haben sich die Terroristen aus dem Gazastreifen telefonisch über den laufenden Angriff ausgetauscht. Neue Gesprächsprotokolle, die im Rahmen eines US-Bundesverfahrens veröffentlicht wurden, zeigen dabei eine schockierende Mischung aus Euphorie, Gleichgültigkeit und schwarzem Humor.

Die Gespräche stammen aus dem Verfahren gegen Mahmoud Amin Ya’qub al-Muhtadi. Der aus Gaza stammende Mann soll der Terrorgruppe Democratic Front for the Liberation of Palestine sowie den National Resistance Brigades angehört und sich am Angriff beteiligt haben. Er wurde später in den USA festgenommen. Die Gespräche waren abgefangen, aufgezeichnet und aus dem Arabischen übersetzt worden. Israelische Ermittler arbeiten nach Angaben der Times of Israel mit den US-Behörden zusammen.

„Unsere Leute feiern drinnen“

Al-Muhtadi und seine Kontakte waren offenbar zunächst nicht über den bevorstehenden Angriff informiert. Erst nachdem die Invasion bereits begonnen hatte, erfuhren sie über soziale Medien davon und versuchten, sich dem Geschehen anzuschließen.

In einem Gespräch am Morgen des 7. Oktober erklärte al-Muhtadi einem Bekannten, die Grenzen seien offen. Kurz darauf sprachen beide begeistert über den Angriff. Sie erzählten, wie sich ihre Leute innerhalb Israels freuten. Auch in Gaza werde gefeiert.

Dabei lachten die Männer wiederholt. Besonders auffällig war ihre Reaktion auf die erwartete israelische Gegenwehr. Al-Muhtadi sagte sinngemäß, bis zum Nachmittag werde die Hälfte Gazas zerstört sein und von seinem Viertel werde möglicherweise nur noch sein Kiosk übrigbleiben.

Auch über die Entführung von Israelis sprachen die Männer. Al-Muhtadi bezeichnete die Geiselnahmen als eine Art Spiel und erwartete, daraus werde schließlich eine Waffenruhe entstehen. Gleichzeitig spekulierte er über eine mögliche Ausweitung des Krieges auf Syrien und den Libanon.

Vorbereitung zwischen Kaffee und Alltagsgesprächen

Die Protokolle vermitteln zudem einen erschreckend gefühlslosen Eindruck von den Vorbereitungen. Während in Israel der Angriff bereits lief, diskutierten die Beteiligten unter anderem über Transportmöglichkeiten, Kaffee, Platz in einem Fahrzeug und die Frage, ob Geschäfte geschlossen werden sollten.

Ein Beteiligter erklärte sogar, er wolle ohne Waffen nach Israel eindringen, weil er keine finden könne. Wenig später meldete al-Muhtadi, selbst nach Israel gelangt zu sein. Die Ermittler konnten sein Mobiltelefon anschließend in der Nähe von Kfar Aza orten.

Ob al-Muhtadi dort selbst Menschen getötet oder Geiseln genommen hat, geht aus den Gerichtsunterlagen nicht hervor. Die Ermittlungen gegen ihn stehen zudem im Zusammenhang mit falschen Angaben bei seinem späteren US-Visumantrag.

Die neu veröffentlichten Gespräche dokumentieren damit nicht nur die Vorbereitung einzelner Beteiligter, sondern auch deren unmittelbare Reaktion auf einen Angriff, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und 251 Menschen als Geiseln genommen wurden.

Titelbild: Palästinenser feiern die Eroberung eines israelischen Panzers, nachdem sie am 7. Oktober 2023 von Khan Yunis im südlichen Gazastreifen aus den Grenzzaun zu Israel überquert hatten. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

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