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Israelische Studie zeigt neue Möglichkeiten für das Fasten bei Diabetes auf

JERUSALEM, 20.09.2026 (TPS/LS) – Eine neue israelische Studie legt nahe, dass einige Jugendliche und junge Erwachsene mit Typ-1-Diabetes mithilfe einer automatisierten Insulinabgabetechnologie etwa 25 Stunden lang auf Essen und Trinken verzichten können, vorausgesetzt, sie bereiten sich im Voraus darauf vor und werden medizinisch betreut.

Die Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse darüber, wie Menschen mit Typ-1-Diabetes längere Zeiträume ohne Essen und Trinken bewältigen können, beispielsweise während religiöser Fastenzeiten und anderer Situationen, in denen die normalen Essgewohnheiten unterbrochen sind.

Gefährlich niedrige oder hohe Blutzuckerwerte

Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört, wodurch die Betroffenen zum Überleben auf Insulin angewiesen sind. Nach Angaben der International Diabetes Federation lebten im Jahr 2024 weltweit schätzungsweise 9,15 Millionen Menschen mit Typ-1-Diabetes. Die Ergebnisse der Studie gelten nicht für Typ-2-Diabetes, der andere Ursachen und Behandlungsbedürfnisse hat.

Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes kann längeres Fasten zu gefährlich niedrigen oder hohen Blutzuckerwerten führen. Eine schlechte Insulinkontrolle kann zudem das Risiko einer diabetischen Ketoazidose (DKA) erhöhen, einem potenziell lebensbedrohlichen Zustand, bei dem sich im Blut Säuren, sogenannte Ketone, ansammeln.

Jüdische Fastentage

Die von Forschern des Medizinischen Zentrums Shaarei Zedek und des Jerusalem College of Technology durchgeführte Studie untersuchte 109 Fastenperioden von 80 Menschen mit Typ-1-Diabetes während Jom Kippur und Tisha B’Av in den Jahren 2023 und 2024.

Jom Kippur, der heiligste Tag im jüdischen Kalender, beinhaltet den Verzicht auf Essen und Trinken für etwa 25 Stunden. Tischa B’Av ist ein weiteres, etwa 24-stündiges jüdisches Fasten zum Gedenken an die Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels in Jerusalem.

Bewältigung des Fastens

Alle Teilnehmer nutzten automatisierte Insulinabgabesysteme, die eine Insulinpumpe mit einem kontinuierlichen Glukosemonitor kombinieren, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren.

Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift Journal of Diabetes Science and Technology veröffentlicht wurden, zeigten, dass 71,5 % der Teilnehmer das Fasten ohne nennenswerte Komplikationen absolvierten. „Das wichtigste Ergebnis der Studie ist, dass es bei den Teilnehmern keine lebensbedrohlichen Komplikationen gab und keine Fälle von schwerer Hypoglykämie oder diabetischer Ketoazidose (DKA) auftraten – den beiden Hauptkomplikationen, die bei längerem Fasten Anlass zur Sorge geben“, erklärte Dr. Eli Heifetz vom Jerusalem College of Technology.

Vorbereitung im Vorfeld

Die Teilnehmer verbrachten 80,7 % der Fastenzeit innerhalb ihres Zielblutzuckerbereichs. Die Vorbereitung im Vorfeld schien besonders wichtig zu sein. Etwa 68 % der Teilnehmer passten ihre Insulinpumpeneinstellungen vor dem Fasten an, indem sie entweder ihren Blutzuckerzielwert erhöhten oder ihre Insulindosis reduzierten.

Unter den Teilnehmern, die Anpassungen vornahmen, schlossen 84,5 % das Fasten ab, verglichen mit 40 % derjenigen, die dies nicht taten. Die statistische Analyse ergab, dass vorzeitige Pumpenanpassungen mit einer achtfachen Erhöhung der Wahrscheinlichkeit verbunden waren, das Fasten erfolgreich abzuschließen.

Dr. Floris Levy-Khademi von Shaarei Zedek erklärte, die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, gemeinsam mit einem medizinischen Team im Voraus zu planen. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Technologie es manchen Menschen mit Typ-1-Diabetes ermöglichen könnte, sicher zu fasten – allerdings nur mit individuellen Anpassungen ihrer Systemeinstellungen und unter angemessener medizinischer Anleitung“, so die Forscher.

Fasten nur mit ärztlicher Absprache

Die Forscher betonten, die Ergebnisse bedeuteten nicht, dass Fasten für alle Menschen mit Typ-1-Diabetes sicher ist. Die Teilnehmer waren relativ jung und wiesen im Allgemeinen eine gute Blutzuckerkontrolle auf, was bedeutet, dass die Ergebnisse möglicherweise nicht auf Menschen mit anderen medizinischen Profilen übertragbar sind.

Entscheidungen über längeres Fasten sollten individuell in Absprache mit dem behandelnden Arzt getroffen werden. Für jüdische Patienten, die religiöse Vorschriften einhalten, empfahlen die Forscher zudem, einen entsprechenden Rabbiner zu konsultieren.

Titelbild: Das Shaarei-Zedek-Krankenhaus in Jerusalem. Foto: Yoav Dudkevitch/TPS-IL

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