
Zwischen Filmfestivals und Terror – wie Mediennarrative das Ansehen der israelischen Armee beschädigen
JERUSALEM, 28.09.2026 (NH) – Die internationale diplomatische und mediale Arena rund um den Nahostkonflikt hat eine Welle einseitiger filmischer Produktionen erlebt, die das Ansehen der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) beschädigt haben. Im Zentrum steht der Dokumentarfilm „NAZA“ der Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor. Beim Filmfestival von Venedig erhielt das Werk den Spezialpreis der Jury. Kritiker bemängeln jedoch methodische Mängel und eine stark verzerrte Darstellung.
Journalistische Einseitigkeit und schwere Vorwürfe
Der Titel „NAZA“ leitet sich vom hebräischen militärischen Begriff für Kollateralschaden („Nezek Agavi“) ab. Die Macher stützen sich auf Aussagen von 24 anonymen Informanten und behaupten, die IDF habe mithilfe künstlicher Intelligenz, darunter das System „Lavender“, Ziele in Gaza definiert und dabei massenhaft zivile Opfer in Kauf genommen. Ein Interviewter behauptet zudem, die Armee habe Angriffe geplant, bei denen bis zu 500 zivile Tote pro Hamas-Kommandeur einkalkuliert worden seien. Kritiker bemängeln deshalb die fehlende unabhängige Überprüfung und den mangelnden Kontext des Films. Zudem gaben die Filmemacher der IDF nach den vorliegenden Angaben vor der Veröffentlichung keine Gelegenheit zur Stellungnahme.
Die israelische Armee wies die Behauptung über die geplante Tötung von 500 Zivilisten als völlig falsch und frei erfunden zurück. KI-Systeme dienten lediglich als technische Unterstützung, während Angriffsentscheidungen ausschließlich von menschlichen Kommandanten unter Einhaltung des Völkerrechts getroffen würden. Israels Generalstabschef Eyal Zamir bezeichnete die Anschuldigungen als Blutbeschuldigungen und gezielte Falschdarstellungen, die Israel das Recht auf Selbstverteidigung absprechen sollten. Das Außenministerium wies den Film als „Fiktion im Gewand von Hamas-Propaganda“ zurück.

Protest in New York gegen die Darstellung
Bei der Nordamerika-Premiere von „NAZA“ im Rahmen des New York Film Festivals im Lincoln Center kam es zu Protesten. Der Israeli-American Council (IAC) und das israelische Konsulat organisierten Demonstrationen vor dem Gebäude. Auf mobilen Lkw wurden Aufnahmen des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 und Bilder der nach Gaza verschleppten Geiseln gezeigt. Mit Slogans wie „Kontext ist keine Zensur – Es ist Verantwortung“ und „Filme haben Editoren – Die Geschichte nicht“ forderten die Demonstranten eine umfassendere Auseinandersetzung mit den Ereignissen. Unter den Protestierenden waren auch Überlebende des Nova-Musikfestivals, darunter Rom El-Hai und Shalev Bitton. El-Hai warf den Filmemachern vor, die Realität des Hamas-Terrors auszublenden und damit den Opfern des 7. Oktober nicht gerecht zu werden.
Internationale Emmy-Nominierungen und Imageschaden für Israel
Der mediale Druck auf Israel beschränkt sich nicht auf „NAZA“. Die International Academy of Television Arts & Sciences gab kürzlich die Nominierungen für die International Emmy Awards 2026 bekannt. In der Kategorie „Current Affairs“ wurde die britische Dokumentation „Breaking Ranks: Inside Israel’s War“ nominiert. Produziert wurde sie von Zandland für den britischen Sender ITV. Der Film stützt sich ebenfalls auf Aussagen von IDF-Soldaten und erhebt Vorwürfe gegen das Vorgehen der israelischen Armee und ihre Einsatzregeln. Die IDF betonte erneut, dass sie sich an rechtliche und moralische Vorgaben halte, die Nutzung von Zivilisten als menschliche Schutzschilde verbiete und Vorwürfen intern nachgehe.
Weitere nominierte Produktionen mit Bezug zum Konflikt sind Louis Theroux‘ „The Settlers“ und ein Bericht von Al Jazeera. Eine israelische Produktion findet sich in der offiziellen Liste der Nominierten nicht. Die Häufung international beachteter Produktionen über Israel und den Gaza-Krieg kann die internationale Wahrnehmung des Landes prägen. Israel setzt dieser aus seiner Sicht einseitigen Darstellung Fakten und den Kontext des Hamas-Terrors entgegen.
Titelbild: Die internationale diplomatische und mediale Arena rund um den Nahostkonflikt erlebt eine Welle einseitiger filmischer Produktionen, die das Ansehen der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) beschädigen. Foto: IDF