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Israelische Armee nimmt bei einem Angriff Yahya Sinwars Nachfolger im Gazastreifen ins Visier

JERUSALEM 04.10.2026 (LS) – Die israelische Armee (IDF) hat in der Nacht auf Samstag ein Wohngebäude im Westen von Gaza-Stadt angegriffen. Das Ziel war Ali al-Amoudi, de-facto-Chef der Hamas im Gazastreifen und damit Nachfolger Yahya Sinwars. Fünf Menschen wurden getötet. Ob al-Amoudi sich unter ihnen befindet, ist noch unklar.

Sinwars Vertrauter aus dem Shalit-Deal

Al-Amoudi ist kein unbeschriebenes Blatt. Er wurde 2011 im Rahmen des Gilad-Shalit-Gefangenenaustauschs aus israelischer Haft entlassen. Derselbe Deal hatte auch Yahya Sinwar die Freiheit gebracht. Anschließend leitete er Sinwars Büro und übernahm später die Leitung des Hamas-Medienapparats. Nach einer Reihe israelischer Eliminierungsoperationen, die Hamas‘ Führungsspitze drastisch ausgedünnt haben, gilt al-Amoudi heute als ranghöchster Hamas-Offizieller im Gazastreifen.

Khalil al-Hayya, der im Juli 2026 zum übergeordneten Hamas-Führungschef gewählt wurde, sitzt in Katar – womit al-Amoudi de facto die operative Führung in Gaza innehat. Laut Channel 12 war al-Amoudi auch damit beauftragt, die Übergabe von Hamas‘ zivilem Verwaltungsapparat an das technokratische Komitee zu überwachen, das im Rahmen von US-Präsident Donald Trumps Friedensplan die Verwaltung Gazas übernehmen soll.

Ein israelischer Geheimdienstvertreter erklärte gegenüber dem Staatssender Kan, er gehe davon aus, dass al-Amoudi den Angriff nicht überlebt hat. Er habe sich im Moment des Einschlags in dem Apartment befunden. Eine offizielle IDF-Bestätigung steht noch aus.

70 Hamas-Mitglieder allein im September eliminiert

Der Angriff reiht sich in eine Serie von Präzisionsoperationen ein, die Hamas‘ mittlere und obere Führungsebene systematisch dezimiert. Allein im September 2026 eliminierten IDF und der Inlandsgeheimdienst Shin Bet 70 Hamas-Mitglieder, darunter drei Brigadechefs, zwei Bataillonskommandeure und neun Kompaniekommandeure. Zusätzlich tötete die IDF in dieser Woche zwei Kommandeure des Palästinensichen Islamischen Dschihad (PIJ), die für den Wiederaufbau der Raketentruppe der Terrororganisation verantwortlich waren.

Der Zeitpunkt des Angriffs ist symbolisch: Im hebräischen Kalender fiel der Jahrestag des Hamas-Massakers auf diesen Samstag – der jüdische Feiertag Simchat Thora. Dass die IDF ausgerechnet an diesem Tag Sinwars Nachfolger angreift, ist keine Zufälligkeit, sondern eine Botschaft.

Titelbild: Rauch nach einer israelischen Militäroperation im Gazastreifen. Foto: Jamal Awad/Flash90

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