
Sinwars Sohn in einem Brief an seinen Vater: „Ich will eine Kalaschnikow halten und Juden erschießen”
JERUSALEM 19.10.2026 (LS) – Zwei Jahre nach der Eliminierung des Hamaschefs Yahya Sinwar im Gazastreifen hat die israelische Armee (IDF) ein Dokument veröffentlicht, das den Blick in das Innere der Hamas-Ideologie freigibt. Es handelt sich um einen Brief, den Sinwars zehnjähriger Sohn Ibrahim zu Beginn des Krieges an seinen Vater schrieb – mit Zeichnungen von Kalaschnikows, Panzern und Raketen.
„Wenn du zurückkommst, will ich dich als Sieger sehen”
Der Brief, den IDF-Soldaten 2024 im Gazastreifen fanden, beginnt wie ein typischer Kinderbrief. Er beschreibt die Sehnsucht nach dem Vater, die Bitte um ein Gebet, der Wunsch, dass der Krieg endet und die Familie wieder vereint ist. Doch zwischen diesen kindlichen Zeilen offenbart sich die tiefe Vergiftung durch eine Ideologie des Hasses:
„Geliebter Vater, ich vermisse dich sehr! Ich möchte dich umarmen und dich als Sieger sehen, und ich möchte ‚Allah ist der Größte’ ausrufen, eine Kalaschnikow halten und Juden erschießen”, schrieb Ibrahim.
„Wann wirst du zurückkommen und mich in den Arm nehmen? Ich baue ständig Pistolen, Panzer und Kalaschnikows aus Papier und Pappe.”
Waffen und Vernichtung
Neben den Worten enthält das Dokument Zeichnungen, die Ibrahim anfertigte. Sie zeigen ein Sturmgewehr, israelische Panzer entlang des Grenzzauns und Raketen, die auf Israel abgefeuert werden. Kein Fußball oder Superheld. Die Fantasiewelt dieses Kindes bestand aus Waffen, Krieg und Vernichtung.
Die IDF kommentierte die Veröffentlichung: „Sinwars mörderische Ideologie spiegelt sich in der Erziehung seiner Kinder wider und enthüllt die Wirkung von Hamas’ Werten des Hasses und der Gewalt auf die jüngere Generation im Gazastreifen.”

Sinwar hatte den Angriff vom 7. Oktober 2023 jahrelang geplant. Bei dem Massaker wurden 1.200 Menschen ermordet und 251 Menschen als Geiseln verschleppt. Noch in der Nacht vor der Invasion floh der Hamasführer in einen unterirdischen Bunker, den er unter seinem eigenen Haus hatte bauen lassen. Seine Familie hatte er bereits in Sicherheit gebracht. Offenbar war der Mann, der andere Kinder sterben ließ, besorgt um sein eigenes Überleben und das seiner Angehörigen.
Am 16. Oktober 2024 tötete die IDF den Hamasführer bei einer Militäroperation in Rafah. Laut einem späteren Bericht wurden seine Frau und Kinder über einen gefälschten Pass in die Türkei geschmuggelt, wo sie heute leben.
Der Brief seines Sohnes zeigt, was Sinwar hinterlassen hat: nicht nur Tunnel und Raketen, sondern eine Generation, die er mit demselben Hass erzogen hat, mit dem er selbst das Leben von über tausend Menschen auslöschte.
Titelbild: Eine Zeichnung des 10-jährigen Sohns des Hamasführers Yahya Sinwar, die dieser zu Beginn des Gazakrieges anfertigte. Foto: Israel Defense Forces