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Chameneis neue Drohungen verstärken Israels Sorge vor einer Eskalation mit Iran

JERUSALEM, 01.11.2026 (DR) – Neue Drohungen aus Iran haben die Sorge in Israel vor einer erneuten militärischen Eskalation verstärkt. Irans Oberster Führer Modschtaba Chamenei hat weitreichende Gegenschläge gegen amerikanische und israelische Ziele angekündigt. Israel bereitet sich unterdessen auf mögliche Kampfhandlungen vor, während Washington vor den amerikanischen Kongresswahlen am Dienstag weiterhin auf Verhandlungen setzt.

Israel rechnet mit Verzögerungstaktik Irans

Nach Einschätzung israelischer Sicherheitskreise versucht Teheran, die Verhandlungen über sein Atomprogramm hinauszuzögern. Die iranische Führung werde voraussichtlich weder einem vollständigen Verzicht auf ihr Atomprogramm noch einem Stopp der Produktion ballistischer Raketen zustimmen.

Das US-Militär bereitet sich unterdessen auf mögliche Angriffe vor. Israelische Sicherheitsvertreter gehen jedoch davon aus, dass Präsident Donald Trump vor den Zwischenwahlen am 3. November keinen Militärschlag anordnen wird, sofern keine Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Überraschungsangriff vorliegen.

Trump selbst erklärte am Freitag, die USA hätten keinen Zeitdruck bei den Verhandlungen. Iran befinde sich in erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. „Sie können ihre Soldaten nicht bezahlen. Sie können ihre Polizisten nicht bezahlen“, erklärte Trump. Zugleich bekräftigte er, der Krieg werde bald beendet sein. Voraussetzung sei eine Garantie, dass Iran niemals Atomwaffen besitzen werde. Ob Teheran dazu bereit ist, bleibt angesichts der israelischen Einschätzungen fraglich.

Gleichzeitig bemüht sich Katar um eine diplomatische Lösung. Nach Informationen von Axios haben katarische Vermittler mit iranischen Vertretern über Möglichkeiten beraten, neue Kampfhandlungen zu verhindern. Dabei geht es unter anderem um den Zugang internationaler Inspektoren zu beschädigten iranischen Atomanlagen. Sie sollen überprüfen, was von Irans Atomprogramm nach den israelischen und amerikanischen Angriffen übrig geblieben ist und wo sich die Bestände an angereichertem Uran befinden.

Chamenei droht mit Gegenschlägen ohne geografische Grenzen

Am Samstag wurde auf dem offiziellen Telegram-Kanal von Irans Oberstem Führer Modschtaba Chamenei eine Erklärung veröffentlicht, die seine Streitkräfte zu einer sofortigen Reaktion auf neue Bedrohungen ohne geografische Beschränkungen auffordert. Zudem sollen die Listen möglicher amerikanischer und israelischer Ziele erweitert werden.

„Wenn die Feinde erneut militärische oder terroristische Angriffe starten, werden die Streitkräfte der Islamischen Republik und das iranische Volk den Zeitpunkt und die Bedingungen für deren Ende bestimmen“, heißt es darin.

Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty warnte indessen bei einer Sicherheitskonferenz in Bahrain am vergangenen Samstag, eine neue Kriegsrunde werde gefährlicher und zerstörerischer für die gesamte Region und alle Beteiligten ausfallen.

Neue Entwicklungen im Gazastreifen erwartet

Nach den US-Zwischenwahlen rechnen israelische Sicherheitskreise zudem mit verstärktem amerikanischem Druck, den Wiederaufbau im Gazastreifen voranzutreiben. Ein möglicher Grund ist Trumps Bestreben, seinen bislang stockenden Gaza-Friedensplan nach den Wahlen wieder stärker voranzubringen.

Zerstörungen in Rafah im südlichen Gazastreifen, Januar 2025. In der Region ist ein neues Wohngebiet für Palästinenser geplant. Foto: UNRWA/Ashraf Amra/Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 IGO

Geplant ist zunächst ein von den Vereinigten Arabischen Emiraten finanziertes Wohngebiet bei Rafah, das unter israelischer Sicherheitskontrolle stehen und Zehntausende Palästinenser aufnehmen soll. Die Hamas soll dort keine Regierungsgewalt ausüben. Hochrangige israelische Sicherheitsvertreter lehnen jedoch einen Wiederaufbau ab, solange die Hamas nicht entwaffnet und die Kontrolle über den Gazastreifen nicht an eine andere Verwaltung übertragen wurde.

Nach Angaben israelischer Offiziere hat sich die Hamas inzwischen auch von der vorgesehenen Übergabe ihrer Waffen zur überwachten Lagerung im Gazastreifen zurückgezogen. Das israelische Südkommando bereitet sich unterdessen auf eine mögliche Bodenoffensive zur Einnahme von Gaza-Stadt und zur Zerschlagung der dortigen Terrorinfrastruktur vor.

Titelbild: Irans Oberster Führer Modschtaba Chamenei hat seine Streitkräfte zu Vorbereitungen auf weitreichende Gegenschläge aufgerufen (Archivbild). Foto: Mostafa Tehrani/Tasnim News Agency/Wikimedia Commons, CC BY 4.0

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