
+++FREIGELASSEN+++ Die Gesichter & Geschichten hinter den Geiseln – Omer Shem-Tov
JERUSALEM, 21.12.2023 (LS) – Wir wollen den Geiseln in Gaza ein Gesicht geben und ihre Geschichte erzählen. Wir wollen gemeinsam unseren Alltag für ein paar Minuten anhalten und für die Heimkehr eines jeden Einzelnen beten.
„Wer auch nur ein Leben rettet, rettet die ganze Welt“ (Mischna, Sanhedrin 4:5)
Omer Shem-Tov (21)
Omer Shem-Tov sprach das letzte Mal am 7. Oktober gegen 10 Uhr morgens mit seinen Eltern. Verzweifelt erzählte er ihnen, was um ihn herum geschah, während Hamas-Terroristen auf der Naturparty in der Wüste hunderte Menschen ermordeten und entführten.
„Er klang von Anruf zu Anruf panischer“, erzählte sein Vater, Malki Shem-Tov, in einem Video über seinen Sohn. „Bei einem Anruf sagte er: ‚Hier wird viel geschossen, wir sind unter Beschuss, wir sind unter Beschuss!‘ Sie rannten und er sagte mir: ‚Papa, ich sehe hier tote Menschen‘.“
Um 9:30 Uhr erreichten Omer sowie Itay und Maya Regev das Auto ihres Freundes Ori Danino und stiegen ein. Omer schickte einen Live-Standort an seine Eltern.
„Er schaffte es, uns seinen aktuellen Standort zu übermitteln, und dann sahen wir, wie der Punkt auf der Karte hin und her ging, es war nicht klar, wohin, und irgendwann fing er an, in Richtung Gaza zu gehen. Wir riefen ihn an und wollten ihm sagen: ‚Omer, du fährst in die falsche Richtung, dreh um und komm zurück‘, und von diesem Moment an ging er nicht mehr ans Telefon.“
„Ich rief ihn an, das Telefon klingelte, aber er ging nicht ran, und wir sahen die Ortungsnadel, die nach Gaza hineinfuhr. Die Stecknadel blieb hinter der Grenze stehen. Wir haben gewartet und gewartet, dann haben wir die Krankenhäuser kontaktiert“, so Malki Shem-Tov.
Schließlich sahen sie ein auf Telegram gepostetes Hamas-Video, dass Omer und seinen Freund auf einem Boden liegend in Gaza zeigte.
Sie konnten Omer anhand seiner Tätowierungen identifizieren, so seine Mutter Shelly.
„Omers Zimmer ist ein einziges Chaos, und ich räume es nicht auf, bis er zurückkommt und es selbst aufräumt. Es gibt keine andere Option.“
Omer, wir beten für Deine Rückkehr.
+++UPDATE+++
Am 22. Februar 2025 kehrten Tal Shoham, Omer Shem Tov, Omer Wenkert und Eliya Cohen nach 505 Tagen und Avera Mengistu und Hisham Al-Sayed nach einem Jahrzehnt in Geiselhaft nach Israel zurück.
Die Hamas veranstaltete eine Propaganda-Show, nachdem sie in Rafah und Nuseirat je eine Bühne aufgebaut hatte, die mit provozierenden Bildern und Parolen dekoriert war. Eliya Cohen, Omer Shem Tov und Omer Wenkert wurden in Nuseirat freigelassen und auf der Bühne gezwungen, an der demütigenden Propagandazeremonie mitzuwirken. Tal Shoham und Avera Mengistu wurden in Rafah freigelassen. Hisham, ein muslimischer Beduine, musste nicht mit den anderen fünf Geiseln an einer Propagandashow teilnehmen, sondern wurde ohne großes Aufsehen an einem anderen Ort in Gaza an das Rote Kreuz übergeben – laut der Terrorgruppe geschah dies aufgrund von „Respekt“ gegenüber der arabischen Gemeinschaft in Israel. Tal, Omer, Eliya, Omer, Avera und Hisham – willkommen zuhause!

Titelbild: Omer Shem-Tov. Foto: privat