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Das älteste öffentliche Gebäude Israels? Archäologen legen möglichen Tempel frei

JERUSALEM, 31.10.2024 (TPS) – Archäologen haben bei Ausgrabungen in einem Industriegebiet eine 5.000 Jahre alte menschliche Siedlung freigelegt, darunter das möglicherweise älteste öffentliche Gebäude, das in Israel gefunden wurde. Zu den Funden in Hurvat Husham, in der Nähe von Beit Shemesh, gehört ein großes, gut erhaltenes Gebäude – möglicherweise ein Tempel -, das eine Art zentrale Gemeinschaftsfunktion hatte. Das hat jetzt die Altertumsbehörde mitgeteilt.

„Die Größe des Gebäudes, das wir ausgegraben haben, seine breiten Mauern, die Bänke im Inneren und andere Variablen deuten darauf hin, dass es sich um ein wichtiges und außergewöhnliches Gebäude mit einer öffentlichen Funktion handelt – möglicherweise ein Tempel“, so die Ausgrabungsleiter Ariel Shatil, Maayan Hamed und Danny Benayoun. Unklar ist, welcher Religion die Erbauer angehörten.

Intakte Gefäße gefunden

„Wir kennen in Israel praktisch keine öffentlichen Gebäude aus dieser Zeit und davor“, so die Forscher. Im Inneren des Gebäudes wurden etwa 40 intakte Keramikgefäße gefunden, darunter viele kleine Gefäße, die möglicherweise eine symbolische oder rituelle Funktion hatten und nicht für den täglichen Gebrauch bestimmt waren. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Gefäße offenbar kurz vor der Aufgabe der Stätte an ihrem ursprünglichen Platz zurückgelassen worden waren.

„Es ist faszinierend, sich die Menschen vorzustellen, die diese Tongefäße zurückgelassen haben“, so die Archäologen. „Es gibt Anzeichen von Brandspuren, und die Gefäße sind übereinander gefallen, was darauf hindeutet, dass der Ort aufgrund eines plötzlichen Ereignisses verlassen wurde. Laboranalysen des Inhalts der Gefäße mit modernsten wissenschaftlichen Methoden werden uns helfen herauszufinden, ob sie Wasser, Öl oder vielleicht exotische Öle oder andere besondere Substanzen enthielten.“

Uralte Töpferofen entdeckt

In Hurvat Husham wurden auch zwei der ältesten Töpferöfen Israels gefunden, die auf die Rolle der Siedlung in der Töpferproduktion hinweisen, einem lebenswichtigen Industriezweig in frühen städtischen Gesellschaften. Ein weiteres wichtiges Merkmal der Stätte ist eine Reihe großer stehender Steine, die offenbar vor dem Bau des öffentlichen Gebäudes errichtet wurden. Dr. Yitzhak Paz, Experte für die frühe Bronzezeit, erklärte, dass die Steine wahrscheinlich einen offenen Bereich für gemeinschaftliche rituelle Aktivitäten markierten, bevor öffentliche Räume mit beschränktem Zugang gebaut wurden.

Eine Luftaufnahme der Ausgrabungen in der Nähe von Beit Shemesh. Foto: Emil Aladjem, Israelische Altertumsbehörde

„Diese Entwicklung von offenen zu geschlossenen Kulträumen spiegelt eine Verschiebung hin zu stärker regulierten und hierarchischen sozialen Strukturen wider. Es ist ein frühes Beispiel für die Stadtplanung in Israel und ein Zeichen für die aufkommende sozio-politische Komplexität in der Region“, erläuterte Paz.

Wendepunkt der Geschichte

Nach Angaben der Altertumsbehörde markiert die frühe Bronzezeit einen Wendepunkt in der Geschichte Israels, der durch rasches Bevölkerungswachstum und die Herausbildung zentralisierter Herrschaftsstrukturen gekennzeichnet ist. Im Zuge der Urbanisierung entstanden in den Siedlungen monumentale öffentliche Bauten wie Festungen, Tempel und Verwaltungsgebäude.

Diese frühen urbanen Zentren trieben auch regen Handel mit den Nachbarregionen, darunter Ägypten, Syrien, Anatolien und Mesopotamien, was die kulturelle und wirtschaftliche Landschaft Israels mitprägte.

Die ersten Ausgrabungen in Hurvat Husham begannen im Jahr 2021. Weitere Ausgrabungen haben die Größe und historische Bedeutung der Stätte deutlich gemacht. Die Ausgrabungsergebnisse werden in Jerusalem ausgestellt.

Titelbild: Maayan Hemed, Grabungsleiterin der israelischen Altertumsbehörde, untersucht eines der antiken Fundstücke. Foto: Emil Aladjem, Israelische Altertumsbehörde

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