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Israel signalisiert Unterstützung für Libanons Plan zur Entwaffnung der Hisbollah

JERUSALEM, 26.08.2025 (BF) – Jerusalem hat angekündigt, den Libanon bei dessen Bemühungen zu unterstützen, die Terrormiliz Hisbollah zu entwaffnen. Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte, Israel sei bereit, Schritte zu ergreifen, sobald die libanesischen Streitkräfte ernsthafte Maßnahmen zur Umsetzung der Entwaffnung beschließen. Dazu gehöre auch ein schrittweiser Abzug der israelischen Armee (IDF) aus mehreren Positionen im Süden des Libanon, koordiniert mit einem US-geführten Sicherheitsmechanismus.

Chance auf Stabilität oder brüchige Vereinbarung

Der Schritt kommt neun Monate nach dem Waffenstillstand vom November 2024, der dem jahrelangen Schlagabtausch zwischen Israel und der Hisbollah ein Ende setzen sollte. Damals wurde vereinbart, dass nur der libanesische Staat über bewaffnete Kräfte verfügen darf. Israel sollte sich zurückziehen, während die Hisbollah ihre Waffen abgibt. Doch beide Seiten hielten sich nur teilweise daran. Israel blieb in fünf Stützpunkten präsent, die Hisbollah setzte ihre Aufrüstung fort.

Dass Beirut nun mit Billigung von Präsident Joseph Aoun und Premier Nawaf Salam einen US-Vorschlag zur Entwaffnung akzeptiert hat, sehen israelische Stellen als bedeutenden Schritt. Netanjahus Büro sprach von einer „historischen Gelegenheit“ für den Libanon, Souveränität und staatliche Autorität zurückzugewinnen.

Gleichzeitig warnen israelische Sicherheitskreise davor, die Ankündigung als Durchbruch zu feiern. Die Hisbollah sei trotz schwerer Verluste keineswegs gewillt, ihre Waffen freiwillig niederzulegen. Vizechef Naim Qassem bekräftigte am Montag, die Organisation werde sich nicht entwaffnen lassen.

Militärische Realität und US-Druck

Parallel zu den diplomatischen Signalen geht der Schlagabtausch weiter. Am Montag bestätigte die IDF einen Drohnenangriff in Tebnine. Dabei wurde ein Hisbollah-Kämpfer getötet, der am Wiederaufbau militärischer Infrastruktur beteiligt gewesen sein soll. Der Angriff folgte auf hunderte israelische Luftschläge seit Inkrafttreten des Waffenstillstands. Nach IDF-Angaben wurden mehr als 230 Hisbollah-Mitglieder getötet, dazu zahlreiche Stellungen zerstört.

Die USA drängen Israel unterdessen, zurückhaltender zu agieren. Washington warnte, dass weitere Offensiven die Bereitschaft Beiruts zur Entwaffnung der Hisbollah untergraben könnten. Medienberichten zufolge fordert die US-Regierung Israel sogar auf, einen der fünf verbliebenen Außenposten in Südlibanon zu räumen.

Tiefer Misstrauensgraben

Die Entwaffnung der Hisbollah gilt seit Jahrzehnten als Schlüsselfrage für den Libanon. Viele Beobachter zweifeln daran, dass die libanesische Armee in der Lage oder willens ist, den Einfluss der Miliz wirklich zu brechen. In den schiitisch dominierten Vororten Beiruts kam es jüngst zu Protesten. Anhänger der Hisbollah blockierten Straßen, verbrannten Reifen und warfen der Regierung Verrat vor.

Zehntausende Libanesen nahmen am 23. Februar 2025 an der Beerdigung der Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah und Hashem Safieddine in Beirut teil. Es stellt sich die Frage, wie groß der Rückhalt für die Terrormiliz innerhalb der Bevölkerung ist. Foto: Asaad Syria/Flash90

In Israel wiederum bleibt die Sorge, dass die Terrororganisation trotz aller Rückschläge ihre Strukturen im Untergrund festigt. Der Waffenstillstand vom November 2024 brachte zwar eine Atempause. Doch die Rückkehr von rund 60 000 vertriebenen Bewohnern Nordisraels ist nach wie vor unsicher.

Ein Fazit

Mit Netanjahus Ankündigung signalisiert Israel erstmals Bereitschaft zu einem Abzug, sofern Beirut konkrete Schritte gegen die Hisbollah einleitet. Damit entsteht eine seltene diplomatische Konstellation. Libanon, die USA und Israel verfolgen zumindest formal dasselbe Ziel. Ob daraus mehr wird als ein Papierkonstrukt, hängt allerdings von der Entschlossenheit der libanesischen Führung und der tatsächlichen Durchsetzungsfähigkeit gegenüber der Hisbollah ab. Für Israel bleibt entscheidend, dass die Bedrohung an seiner Nordgrenze nicht nur auf dem Papier verschwindet, sondern real eingedämmt wird.

Titelbild: Ein israelischer Soldat am Grenzzaun zum Libanon. Foto: Ayal Margolin / Flash90

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