
Israel-Unterstützer verfolgt Gretas Gaza-Flotilla mit lauter israelischer Musik
JERUSALEM, 09.09.2025 (NH) – Die bekannte schwedische Umweltschützerin und neuerdings auch selbsternannte Menschenrechtsaktivistin Greta Thunberg hat mit Hunderten „Gleichgesinnten” und Dutzenden Booten eine weitere Kreuzfahrt über das Mittelmeer gestartet. Die Flotille hat Barcelona am 31. August 2025 verlassen und ankert derzeit in Tunesien. Auch diese Expedition, die den Namen „Global Sumud Flotilla” trägt, hat sich zum Ziel gesetzt, die israelische Seeblockade zu durchbrechen und den Strand von Gaza anzufahren. Die aus etwa 20 Booten und 500 Teilnehmern aus 44 verschiedenen Ländern bestehende Propaganda-Delegation plant, dort humanitäre Hilfe an die Bewohner der umkämpften Enklave zu verteilen. Bereits vor drei Monaten wurde Thunberg vor ihrer Ankunft in den Gewässern vor dem Gazastreifen von israelischen Sicherheitskräften verhaftet. Um die Klimaaktivistin auf den israelischen Flair vorzubereiten, gesellte sich nun ein pro-israelischer Skipper zur Gaza-Flottille und sorgte für unvergessliche Begleitmusik auf hoher See.
Schiffsparty mit Israel-Flair
Ein ziemlich skurriles Ereignis fand im Mittelmeer statt, als der spanische Staatsbürger und Israelfreund Jordi Ventura auf Greta Thunberg traf. Der Vorfall ereignete sich kürzlich in der Nähe der spanischen Insel Menorca. Während Ventura mit seinem Boot unterwegs war, entdeckte er die Thunberg-Flottille. Der Spanier beschloss, sich der Hamas-freundlichen „Sumud”-Flottilla, was „Standhaftigkeit” auf Arabisch bedeutet, anzuschließen. Um allen Beteiligten die Seefahrt zu versüßen, spielte er aus den Lautsprechern seines Bootes lautstark jüdische und israelische Musik. Seine Schiffsparty streamte der Spanier auf verschiedenen Medienplattformen. Dort schlugen israelische User weitere Musikideen vor.
„Ich bin seit vielen Jahren Skipper und habe einige israelische Freunde”, erklärte Ventura den israelischen Nachrichten. „Deshalb hatte ich das Bedürfnis, die Provokation zu kritisieren, also segelte ich neben ihnen her und spielte Musik von meinen Freunden.” Der spanische Seemann betonte, er liebe das Heilige Land, aber die Art und Weise, wie die Dinge in den lokalen (spanischen) Medien dargestellt würden, verzerre einseitig und spiegele die wirkliche Komplexität nicht wider. „Ich hoffe, dass alle Geiseln bald zurückgebracht werden.”

In Israel hat man sie nicht vermisst: Greta auf ihrer zweiten Flottille
Seit 2007 hält Israel an einer Seeblockade des Gazastreifens fest, um Waffenlieferungen an die Hamas zu unterbinden. In den vergangenen Jahren versuchten wiederholt selbsternannte Menschenrechtler, nach Gaza zu schippern. Die bekannteste Flottille war das türkische Fährschiff „Marmara”, bei dem im Jahr 2010 neun türkische Aktivisten getötet und viele israelische Soldaten verletzt wurden, was die Beziehungen zwischen den Ländern erheblich beeinträchtigte.
Im Juni beschlagnahmte die israelische Marine die britische Yacht „Madleen” mit Thunberg an Bord und bezeichnete die Kreuzfahrt als „Propagandakampagne zur Unterstützung der Hamas”. Das israelische Außenministerium veröffentlichte damals Aufnahmen vom Deck, die zeigten, wie Soldaten der israelischen Marine den zwölf pro-palästinensischen Aktivisten Wasser und Brötchen (in Plastiktüten) verteilen und erklären: „Alle Passagiere sind in Sicherheit – die Show ist vorbei.”
Technische Fehlfunktion? Israel ist schuld!
Ein weiteres palästinenserfreundliches Schiff namens „Handala” wurde ebenfalls aufgehalten. Alle „Freedom Flotillas”, die versuchten, die Küste von Gaza zu erreichen, wurden noch in internationalen Gewässern gestoppt und zum Hafen von Ashdod geschleppt. Die Aktivisten wurden später mit Flügen in ihre Heimatländer abgeschoben.
Verschiedenen Berichten zufolge soll sich in der Nacht von Montag auf Dienstag eine mysteriöse Explosion auf einem der Schiffe von Greta Thunberg ereignet haben. Die Schwedin behauptete schnell in den sozialen Medien, eine israelische Selbstmorddrohne habe das „Freiheits-Schiff“, das unter portugiesischer Flagge fuhr, angegriffen. Die tunesische Nationalgarde teilte jedoch mit, die Explosion sei auf eine Fehlfunktion zurückzuführen und die Berichte über einen Drohnenangriff seien „unbegründet”. Die Inspektoren deuteten sogar an, das Feuer könnte durch einen Zigarettenstummel ausgelöst worden sein. Die Sumud-Aktivisten erklärten, ihre friedliche Mission, die Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, mit Entschlossenheit und Hingabe fortsetzen zu wollen.
Titelbild: Greta Thunberg wurde im Juni abgeschoben, nachdem ihre „Freiheits-Flottille“ zum Gazastreifen abgefangen wurde. Foto: Auswärtiges Amt Israel