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Millionen Bienen vergiftet: Terrorverdacht erschüttert Israel kurz vor Rosch HaSchana

JERUSALEM, 19.09.2025 (BF) – Kurz vor Rosch HaSchana haben Unbekannte rund 40 Bienenstöcke des Kibbutz Ein Harod Meuhad in der Obergaliläa zerstört. Eine weiße Substanz, offenbar ein Giftpulver, wurde am Eingang der Stöcke verteilt. Wenige Stunden später waren sämtliche Bienen tot. Experten sprechen von Hunderttausenden, möglicherweise sogar mehreren Millionen Tieren. Damit wurden auch die Honigvorräte vernichtet, die für das Neujahrsfest bestimmt waren.

Michael Beeri, Mitarbeiter der traditionsreichen Imkerei, schilderte den Schock: „Wir kamen, um die Stöcke zu kontrollieren, und fanden alle Bienen tot. Es war eine Szene des Grauens.“ Jeder Stock könne bis zu 50 000 Tiere beherbergen, sagte er. Der Schaden treffe nicht nur die Produzenten, sondern auch die Konsumenten in ganz Israel.

Angriff auf Kultur und Existenzgrundlagen

Die Tat kurz vor dem jüdischen Neujahrsfest hat eine besondere Symbolkraft. Honig gilt als traditionelles Nahrungsmittel, das für ein „süßes Jahr“ steht und auf keinem Festtisch fehlt. Für die Imker bedeutet der Verlust nicht nur entgangene Einnahmen, sondern einen Schlag gegen ihre Arbeit und gegen israelische Landwirtschaft insgesamt.

Beeri betonte, dass es sich nicht um Vandalismus durch Konkurrenten handele. „Das sieht nach einer Tat aus, die bewusst verhindern soll, dass israelische Landwirtschaft gedeiht.“ Schon das vergangene Jahr sei von Dürre, Pflanzenkrankheiten und Parasiten geprägt gewesen. Mit den vergifteten Völkern werde die Situation nun noch schwieriger. Bienen sind entscheidend für die Bestäubung vieler Feldfrüchte, ihr Verlust hat Auswirkungen weit über die Honigproduktion hinaus.

Ermittlungen und politische Reaktionen

Proben der weißen Substanz wurden ins Labor geschickt. Die Polizei und die Grenzpolizei ermitteln, unterstützt von Hashomer HaHadash, einer Freiwilligenorganisation zum Schutz landwirtschaftlicher Flächen. Erste Einschätzungen deuten darauf hin, dass ein hochwirksames Gift eingesetzt wurde, das innerhalb weniger Stunden ganze Völker auslöschen kann.

Ein junger jüdischer Junge taucht einen Apfel in Honig, wie es die Tradition zum bevorstehenden jüdischen Neujahrsfest (Rosch HaSchana) vorsieht. Foto: Mendy Hachtman / Flash90

Die Tat löste in Israel Wellen der Solidarität aus. Freiwillige halfen, die letzten Honigreserven zu sichern. Politiker fordern härtere Strafen für Angriffe auf landwirtschaftliche Betriebe. Landwirtschaftsverbände mahnen, dass ohne stärkeren Schutz Felder, Ställe und Imkereien immer häufiger Ziel solcher Anschläge werden könnten.

Die Imker von Ein Harod betreuen ihre Stöcke regelmäßig, behandeln Krankheiten und sichern die Völker gegen Schädlinge. Doch gegen absichtlich ausgebrachtes Gift sind sie machtlos. „Es ist eine Katastrophe für uns, für unsere Arbeit und für unsere Familien“, sagte Beeri.

Ein Muster wiederkehrender Angriffe

Der Vorfall in Ein Harod Meuhad steht in einer Reihe von Anschlägen, die sich gegen Israels Landwirtschaft richten. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Fälle von Sabotage und Brandstiftung. So wurden im Sommer 2019 im Grenzgebiet zum Gazastreifen durch Drachen und Ballons mit Brandsätzen Tausende Hektar Felder zerstört, ganze Ernten verbrannten, Naturreservate gingen in Flammen auf. Auch Obstplantagen und Weizenfelder sind regelmäßig Ziel solcher Attacken.

Diese Taten haben nicht nur ökonomische, sondern auch kulturelle und ökologische Folgen. Wenn Millionen Bienen ausgelöscht oder Felder niedergebrannt werden, trifft das die Grundlage der Ernährung und schwächt die ländliche Infrastruktur. Israel steht vor der Herausforderung, seine Landwirtschaft besser zu schützen und gleichzeitig die Täter konsequent zu verfolgen.

Der Angriff auf die Bienenstöcke zeigt, wie verletzlich Natur und Landwirtschaft sind. Es geht dabei nicht allein um Honig für die Festtage, sondern um die Sicherheit einer ganzen Branche. Der Schutz der Felder, der Tiere und der Imkereien wird damit zu einer Frage nationaler Resilienz.

Titelbild: Ein Imker in Nordisrael kümmert sich um seine Bienen. Foto: Michael Giladi / Flash90

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