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Ein süßes Rosh Hashana: Juden begrüßen das Jahr 5781

JERUSALEM, 18.09.2020 (DK) – Jedes Jahr beginnen Juden das Neujahrsfest Rosh Hashana mit einem süßen Snack: In Honig getunkte Äpfel und Granatäpfel zieren heute Abend den gedeckten Tisch. Überall auf der Welt heißen Gläubige mit dem Blasen des Schofarhorns im Synagogengottesdienst das Jahr 5781 willkommen. Viele folgen danach dem religiösen Brauch, ihre Sünden symbolisch ins Meer oder in einen nahe gelegenen Fluss zu werfen. Das neue Jahr soll schließlich unbeschwert begangen werden. Seit mehreren Wochen haben sich religiöse Juden mit täglichen Bußgebeten auf diesen Moment vorbereitet. 

Jüdische Männer versammeln sich zum Bußgebet.

Schofar erinnert an nahendes Gericht Gottes

„Leschana towa tikatev wetichatem“ wünschen sich am Freitagmorgen die Menschen auf Israels Straßen. Auf Deutsch übersetzt heißt das: Mögest Du für ein gutes Jahr eingeschrieben und versiegelt sein. Doch der Beginn des jüdischen Neujahres ist nicht nur Anlass zur Freude. Das Blasen des Schofarhorns soll auch daran erinnern, dass an diesem Tag der Tradition nach das jüngste Gericht stattfinden wird. Der Klang dient also zudem als ein Wachruf.

An Rosh Hashana versammelt sich oftmals die gesamte Großfamilie. Es ist ein Fest der Begegnung und des gemeinsamen Neuanfangs. Diesmal sieht die Realität für viele aber leider anders aus. Nur Mitgliedern desselben Haushalts soll es aufgrund der Coronakrise erlaubt werden, das Fest zusammen zu begehen. Die Polizei überwacht ab zwei Uhr nachmittags streng, dass die Bürger sich nicht mehr als einen Kilometer von ihren Häusern weg bewegen. 

Ein traditionell gedeckter Tisch an Rosch HaSchana.

Ultraorthodoxe Pilger stecken zum Neujahr an ukrainischer Grenze fest

Tausende ultraorthodoxer Pilger verbringen dieses Neujahrsfest ganz anders als geplant. Jedes Jahr fliegen sie zu diesem Anlass nach Uman um das Grab des im Jahr 1810 verstorbenen Rabbi Nachman zu besuchen. Diesmal haben es rund 1000 Israelis in das Land geschafft, bevor die Ukraine auf Wunsch Jerusalems hin die Grenzen schloss. Nun stecken 2000 Männer an der Grenze zwischen der Ukraine und Belarus fest. Sie hoffen noch immer im Laufe des Tages einreisen zu dürfen. 

Bild: Mutter und Tochter feiern das jüdische Neujahrsfest zusammen. Quelle: Mendy Hachtman/ Flash90

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